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Neue Open Access Zeitschrift: Journal of eScience Librarianship

by Karsten Schuldt on Februar 23, 2012

Eine der Sonderlichkeiten des Bibliothekswesens und damit auch der (Bibliotheks- und) Informationswissenschaft ist es bekanntlich, das Open Access ein wichtiges Gesprächs- und Forschungsthema des Feldes darstellt, aber gleichzeitig ein Grossteil der Veröffentlichungen im Closed Access erfolgt. Insoweit ist jede neue Open Access-Publikation im Feld neu zu begrüssen.

Das Journal of eScience Librarianship ist eine solche. Vor einigen Tagen das erste Mal erschienen, Open Access und gehostet bei der Lamar Soutter Library der Medical School der University of Massachusetts. Fokus der Zeitschrift sollen die empirisch basierten Forschungen im Bereich Medizin, Biologie und Physik und die darauf bezogenen Dienstleistungen, Angebote und Forschungen im Bibliothekswesen sein. Und selbstverständlich steht es allen Forschenden, Bibliothekarinnen und Bibliothekaren frei, Artikel für diese Zeitschrift einzureichen  - auch aus der Schweiz.

Nationale Bibliotheksstrategien. Herausforderungen und Grundstrukturen

by Karsten Schuldt on Februar 22, 2012

Regelmässig wird im Bibliothekswesen darauf verwiesen, dass eine Anzahl von Staaten (lange nicht alle, auch wenn dies manchmal den Anschein hat), nationale Bibliotheksstrategien entwickelt haben oder zumindest daran arbeiten (wie zum Beispiel Österreich). Allerdings: Wieso passiert das eigentlich? Wieso unternehmen einige Staaten die Aufgabe, die Entwicklungen im Bereich Bibliotheken zu untersuchen und daraufhin eine gesamtstaatlichen Bibliotheksstrategie auszuarbeiten? Und vor allem: Kann man für die Schweiz etwas aus diesen Strategien lernen? Und wenn ja, was?

Einfach sind diese Fragen nicht zu beantworten. Auch, weil selbstverständlich die meisten nationalen Bibliotheksstrategien in den jeweiligen Landessprachen geschrieben sind und deshalb eine vollständige Übersicht eine Mammutaufgabe darstellen würde. Zudem werden diese Strategien von sehr unterschiedlichen Institutionen erstellt. Die Vorstellung, dass es immer das Bildungsministerium, das Kulturministerium oder ein nationaler bibliothekarischer Verband wäre, der diese Strategien entwerfen würde, stimmt leider nicht. Ebenso ist der Status sehr unterschiedlich. Manchmal sind es quasi-gesetzliche Vorschriften, manchmal Aufstellungen von Wünschen eines Fachverbandes oder eine Interessensgruppe, manchmal sind die Strategien Ergebnis langfristiger Forschungsprojekte und Umfragen, manchmal ist nicht ersichtlich, wie sie überhaupt zustande kommen.

Dennoch: Eine Anzahl dieser nationalen Strategien liegt vor. Im Rahmen eines Projektes an der HTW Chur werden diese aktuell vor allem auf die Frage, ob für die Schweiz etwas aus ihnen zu lernen ist, durchgesehen. Eine erste Übersicht über einige dieser Texte, die Auskunft darüber geben, warum insbesondere in skandinavischen Staaten über die Entwicklung von Bibliotheken nachgedacht wird, folgt hier. (Siehe dazu aber auch Heft 43 (2010) 2 der Scandinavian Public Library Quarterly zum Thema: “Nordic Public Libraries in Transition” sowie Holmgaard, Larsen ; Wigell-Ryynänen, Barbro ; Kettner Rudberg, Helena ; Hreinsson, Hólmkell & Tertit Knudsen (2006) / Nordic Public Libraries in the knowledge society. Danish National Library Authority : København, 2006. http://www.bs.dk/publikationer/english/nnpl/pdf/nnpl.pdf.)

Auffällig ist, dass nahezu alle diese Strategien betonen, dass Bibliotheken [1] sich zu hybriden Bibliotheken (also mit gedruckten und elektronischen Beständen) entwickeln müssen, [2] sich Bibliotheken zu Arbeits-, Lern- und Feizeitorten entwickelen müssen, [3] sich die Aufgaben des Bibliothekspersonals wandelt und damit auch die von diesem geforderten Kompetenzen sowie [4] Bibliotheken als Einrichtungen verstanden worden müssen, die sich beständig entwickeln (müssen).

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Ein Podcast der IW10vz

by FOdoni on Februar 21, 2012

Im Rahmen des Fachs „Projekt- und Qualitätmanagement“ der Klasse IW10 Vollzeit an der HTW Chur hat unsere Projektgruppe einen Podcast geplant und auch eine Folge davon produziert. Diese Folge möchten wir nun auch der restlichen IW-Gemeinschaft zugänglich machen.
Die Redaktion bestand aus Marissa Wennars und Maren Bütow zusammen mit Raffael Bösch als Chefredakteur. Das Video erstellte Manuel Stieger, der auch als Projektleiter während dem Semester tätig war und die technische Betreuung und Umsetzung übernahm Fabian Odoni.

Wir möchten dem IW Masterstudiengang recht herzlich dafür Danken, dass sie uns die nötige Aufnahmetechnik und Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt haben.

Das Ebook wird nicht gewinnen. Vielleicht.

by Karsten Schuldt on Februar 19, 2012

Immer wieder einmal veröffentlicht die Presse einen Artikel mit dem Inhalt, dass das Ebook auf dem Vormarsch sei und mit hoher Wahrscheinlichkeit das Buch verdrängen wird. Gründe für solche Texte gibt es immer: Neue Ebook-Reader werden lanciert, Buchhandlungen schliessen, der Buchhandel gibt Verkaufszahlen bekannt, der Tag des Buches naht, es ist Sommerloch, Apple veröffentlicht ein Programm (nur Apple, die andere Software schlägt nicht solche Wellen – die Presse ist halt doch manchmal zu sehr vom Blingbling geleitet). Oder zur Zeit: Die Abstimmung zur Buchpreisbindung naht. Die NZZ am Sonntag hat den letzten Aufhänger gewählt.

In „Das Buch wird neu erfunden“ (von Gordana Mijuk, NZZ am Sonntag, 11 (2012) 8, S. 22-23) führt die Autorin Voraussagen an, nach denen sich in Europa demnächst die Ebooks ebenso durchsetzen würden, wie in den USA. Dazu zitiert sie vor allem Prognosen des Börsenverein des Deutschen Buchhandels und von Thalia Schweiz.

Michele Bomio, Geschäftsführer des Buchhändlers Thalia in der Schweiz, schätzt, dass in zwei, drei Jahren der Umsatzanteil von E-Books 15 bis 20 Prozent betragen wird.

Zudem führt die Autorin die Unterschiede von Ebooks und Büchern auf, betont, dass zumindest die grossen Buchhandelsketten in der Schweiz sich darauf vorbereiten würden, bald mehr Bücher zu verkaufen. Ausserdem führt sie das Beispiel einer Autorin an, welche in den USA mit selbstpublizierten Ebooks reich geworden, dann aber doch zu einem Verlag gewechselt ist.

 

Nun: Ich würde die These vertreten, dass diese Prognosen nicht eintreten werden. Warum? Um eine steile These vorzulegen, die eine Diskussion ermöglichen kann.

Es ist nämlich so: Die gleichen Prognosen werden seit Jahren gestellt und treten doch nicht ein. Nimmt man zum Beispiel die Angaben aus dem Börsenblatt des Deutschen Buchhandels und die Prognosen, die von Thalia Schweiz (und anderen Akteuren auf den unterschiedlichen Buchmärkten) in den letzten Jahren veröffentlicht wurden, dann müsste der Anteil von Ebooks an den verkauften Büchern längst über 50% betragen. Und das auch schon seit Jahren. Ein wenig erscheint es so, als würden die fast immer gleichen Voraussagen seit spätestens Anfang des 21. Jahrhunderts einfach wiederholt und dabei immer wieder auf die USA verwiesen. Insoweit ist meine Gegenthese genauso untermauert, wie die Voraussagen. Teilweise sind die Artikel zu Ebooks einfach austauschbar und damit ihr Informationsgehalt mehr als begrenzt. Was diesen Sonntag in der NZZ am Sonntag stand, stand quasi genauso auch schon in jeder anderen grösseren Zeitung – egal ob Tages- oder Wochenblatt – in Europa.

Inhaltlich ist an diesen Texten immer wieder zu kritisieren, dass sie sehr deterministisch argumentieren. In den USA sind Buchhandelsketten eingegangen, also werden sie es auch in der Schweiz (oder halt in Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Grossbritannien etc.) eingehen. Die Ebooks sind praktisch, also werden sie auch so verwendet werden, wie es vorhergesagt wird. Verlage und Buchhandel müssen sich ändern, also werden sie sich ändern. Und so weiter. Das ist oft sehr einfach gedacht. (Buchhandelsketten in den USA sind zum Beispiel auch daran untergegangen, dass das Management Fehler machte. Das muss mit Ebooks nicht unbedingt etwas zu tun haben.)

Dennoch zeigen diese Artikel auch, dass es zumindest in Kreisen der Publizierenden, der Verlage und des Buchhandels (und auch der Bibliotheken) ein Interesse an Ebooks gibt. Es passiert etwas. Aber was? Wird etwas auf uns zukommen? Und wann?

Was nicht so richtig gefragt wird, obgleich es ja eine viel interessantere (und für Bibliotheken sinnvollere) Frage wäre: Was machen Menschen eigentlich mit Ebooks? Was können Ebooks eigentlich wirklich? Ändert sich die Aufgabe der Verlage durch Ebooks tatsächlich? Ist Selbstpublizieren wirklich etwas Neues, dass sich durchsetzen wird?

Letztlich müsste auch der Fakt, dass sich die Prognosen seit Jahren nicht wirklich ändern, zu Fragen auffordern: Wie haben sich Ebooks in den USA besser etabliert, als sie es in europäischen Staaten tun? (Und warum macht niemand die Vorhersage, dass sich die europäischen Buchmärkte wie der japanische oder südkoreanische entwickeln werden, die doch schon viel früher und weitgehender mit elektronischen Medien umgehen mussten, als der Markt in den USA?)

Sicherlich: Die Tages- und Wochenpresse ist nicht der Ort, diese Fragen eingehend zu stellen. (Etwas mehr Bewusstsein dafür, was für Artikel schon geschrieben und welche Prognosen schon gestellt wurden, wäre allerdings doch manchmal zu wünschen.) Dafür wäre die Informationswissenschaft ein guter Ort. Es muss nur jemand die Fragen stellen und zu beantworten versuchen.

“Lieber Kunde, hiermit möchten wir Sie darauf hinweisen, dass Sie vor kurzem über ihren Internetanschluss Urheberrechte verletzt haben:

by Wolfgang Semar on Februar 15, 2012

Von Ihrem Anschluss aus wurde eine urheberrechtlich geschützte Datei im Internet angeboten.” So oder so ähnlich könnte demnächst der Warhninweis aussehen, mit dem die Internetnutzer auf ihre Urheberrechtsverstösse hingewiesen werden. Dabei wären diese Hinweise in Deutschland sogar verfasungsrechtlich unbedenklich! In Frankreich wird dieses Vorgehen bereits durchgeführt. Die FAZ hat hierzu weitere interessante Anmerkungen!

Drei Serverhallen, die zusammen die Größe von elf Fußballfeldern haben!

by Wolfgang Semar on Februar 13, 2012

Kaum zu glauben, aber das Geschäft mit unseren Daten, die wir Facebook gratis zur Verfügung stellen, scheint sich mehr als zu lohnen!
Warum baut Facebook gerade im Norden Schwedens ein solches Zentrum, da sagen sich doch Fuchs und Hase gute Nacht? Aber die Wahl des Standorts hat seine wohlüberlegte Gründe, schliesslich ist das Schwedische Datenschutzgesetz relativ “lasch”. So schreibt dann auch die “Süddeutsche”: Facebook – Polarkreis-Rechenzentrum könnte zur Abhörfalle werden.
Passend dazu auch folgender Bericht von ARD und dieses Video sollte man auch unbedingt gesehen haben!

Die Gläserne Decke in Schweizer Bibliotheken

by Karsten Schuldt on Februar 4, 2012

In den Churer Schriften zur Informationswissenschaft erschien aktuell die Arbeit Die Gläserne Decke in Schweizer Bibliotheken von Laura Stadler.

Der Abstract dazu lautet wie folgt:

“Der Begriff der Gläsernen Decke beschreibt das Phänomen des mit steigender Hierarchieebene abnehmenden Frauenanteils in Unternehmen und die Hindernisse, die zu diesem Effekt führen. Anstoss für diese Arbeit war der subjektive Eindruck, dass ein Gefälle zwischen den Geschlechteranteilen auf den verschiedenen Hierarchieebenen auch im weiblich dominierten Schweizer Bibliothekswesen besteht.

Die statistische Untersuchung der Schweizer Bibliotheken mit mehr als 50 Mitarbeitenden zeigt auf, dass bei einem Frauenanteil an allen Bibliotheksmitarbeitenden von insgesamt 65.9 Prozent lediglich 44.8 Prozent der Mitglieder der obersten drei Führungsebenen weiblich sind. Mit diesem Befund ist die Gläserne Decke in den Schweizer Bibliotheken sogar dicker als im branchenübergreifenden Durchschnitt.

Eine schriftliche Befragung von Führungsfrauen aus den untersuchten Bibliotheken ergänzt die Zahlen mit subjektiven Einblicken in die Hindernisse einer weiblichen Karriere in den Schweizer Bibliotheken.”

Die Arbeit ist, wie alle Arbeiten der Reihe, kostenlos als PDF zugänglich.

Irgendwie eine mehr als zweideutige Abkürzung “FBI”!

by Wolfgang Semar on Januar 31, 2012

Die FAZ bezeichnet es als “einen zweideutigen Wortwitz”. Gemeint ist damit zum einen die Abkürzung von Facebook Ireland Ltd. als “FB-I” sowie die Abkürzung für das Federal Bureau of Investigation “FBI”. Aber noch viel interessanter dabei ist doch die Tatsache, dass beide “Unternehmen” eigentlich die selben Arbeitsmethoden als ihr Unternehmensziel nutzen – das Sammeln und Auswerten von Daten.
Der lesenswerte Beitrag, in dem aufgezeigt wird, wie Fachebook seinen Umgang mit den Daten seiner Nutzer aus Sicht der Datenschutzbehörden verbessern muss, ist auf FAZ.net nachzulesen.

Die neue Frühjahrskollektion

by Sascha Beck on Januar 30, 2012

Information Science T-Shirts 2012Heiss begehrt an unserem Informationstag waren insbesondere die neuen exklusiven “Masters of Information Science”-T-Shirts.

Keine Frage, dass man in diesen edlen Helden-Shirts eine exzellente Figur macht.

MIS T-ShirtsDie Shirts wurden in mehreren Grössen und Schnitten für Frauen und Männer produziert, die Vorderseite ziert das neue Logo der “Masters of Information Science”-Helden.

Es gibt nur wenige Exemplare und wer noch eines haben will, sollte zu den nächsten Informationsabenden im März 2012 kommen und dort an unserer Verlosung teilnehmen!

Grosses Interesse am Informationstag

by Sascha Beck on Januar 29, 2012

Beim alljährlichen Informationstag der HTW Chur am vergangenen Wochenende präsentierten sich auch die Studiengänge Information Science den Besuchern. Auf grosses Interesse stiess dabei unter anderem die Möglichkeit in Rahmen von Special-Effects-Videoaufnahmen vor Ort ein Teil der neuen Werbekampagne des Fachbereichs zu werden. Als “Information Hero” werden die Stars unserer kleinen Film-Aktion demnächst virtuell die Datenflut bekämpfen. Nicht nur zukünftige Studierende nutzen begeistert die Gelegenheit am Stand der Informationswissenschaft für wenige Minuten in die Rolle eines Superhelden zu schlüpfen und als Belohnung eines der wenigen exklusiven “Masters of Information Science”-T-Shirts zu ergattern. Den Trailer zur neuen Kampagne hatten wir ja bereits vor einigen Tagen hier im Blog veröffentlicht.

Vielen Dank an dieser Stelle auch nochmals an das engagierte Stand-Team, das mit viel Begeisterung die Studiengänge repräsentierte!

Den fertigen Werbefilm werden wir demnächst im Blog, auf unserer Facebook-Page und vielen weiteren Plätzen präsentieren — also unbedingt die Augen offenhalten!