HTW Chur - SII

InfoWiss Chur

Blog des Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft

Autor: Karsten Schuldt (Seite 2 von 5)

Call for Papers: Classification & Visualization: Interfaces to Knowledge (UDC Seminar 2013)

Für das UDC Seminar am 24./25. October 2013 in The Hague (NL) mit dem Motto Classification & Visualization: Interfaces to Knowledge wurde der betreffende Call for Paper mit der Deadline 15. Januar 2013 publiziert. Der gesamte Call ist hier zu einzusehen: http://seminar.udcc.org/2013/cfp.php. Weiterlesen

03.11.2012: Schweizerischer Archivtag, auch in Chur

Die im Verein Schweizerischer Archivarinnen und Archivare organisierten Kolleginnen und Kollegen sind dabei, einen landesweiten Archivtag als Dauereinrichtung zu etablieren. Am kommenden Samstag, 03.11.2012, findet dieser zum vierten Mal statt.
An diesem Tag haben zahlreiche Archive in der Schweiz geöffnet und stellen ihre Arbeit vor. Der Hintergrundtext zum Tag findet sich hier, die Übersichtskarte der teilnehmenden Archive hier. Auffällig dabei: Auch Archive der Stadt Chur präsentieren sich: das Stadtarchiv Chur, das Frauenarchiv Chur und das Staatsarchiv Graubünden haben angekündigt, ihre Tore zu öffnen.

ISI 2013: Call for Paper (mit relativ engen Deadlines)

Für das 13. Internationale Symposium der Informationswissenschaft (ISI), welches vom 19-22.03.2012 an der Fachhochschule Potsdam stattfinden wird, wurde gerade der Call for Paper veröffentlicht. Die Deadlines für die Einreichungen sind relativ sportlich gesetzt. Zudem ist der Call in verschiedene Bereiche differenziert (Langbeiträge, Kurzbeiträge, Poste, Panelvorschläge, Studierenden-Präsentationen), welche wiederum zum Teil unterschiedliche Deadlines haben. Insoweit ist das Einreichen selber eine Denksportaufgabe, die sich aber selbstverständlich wegen dem möglichen fachlichen Austausch, aber auch Potsdam (Sanssouci, Holländisches Viertel, direkte Bahnverbindung nach Berlin) lohnt.

Thema des Symposiums ist Informationswissenschaft zwischen virtueller Infrastruktur und materiellen Lebenswelten.

Die Tagungsseite findet sich hier: http://www.isi2013.de/. Der Call for Paper im Textlaut hier, die dazugehörige Presseaussendung der FH Potsdam.

Medieninformation der Fachhochschule Potsdam 117 vom 01.10.2012

13. Internationale Symposium der Informationswissenschaft (ISI) in Potsdam
Einreichungsfrist für Beiträge: 29. Oktober 2012!

Die alle zwei Jahre stattfindende, zentrale Fachtagung des Hochschulverbands Informationswissenschaft (HI) wird 2013 ausgerichtet vom Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam in Zusammenarbeit mit dem European Chapter der American Society of Information Science and Technology (ASIS&T).

Die Konferenz unter dem Motto: „Informationswissenschaft zwischen virtueller Infrastruktur und materiellen Lebenswelten“ findet vom 19. – 22. März 2013 statt und versucht diesmal den Brückenschlag zwischen traditionellen informatiknahen Themen und neuen Ansätzen der Informationswissenschaft aus Interface Design, Activity Theory und Kognitionswissenschaft.

Keynote-Vorträge z.B. von der Präsidentin des amerikanischen Partner-Verbandes, Diane Sonnenwald, vom IBM Watson Research Center, Alfio M. Gliozzo (angefragt), sowie vom bekannten Technologiefuturologen Alan N. Shapiro leiten in die Kernthemen ein.

Für das Konferenzprogramm sind über 10 Themenblöcke vorgesehen, zu denen bis zum 29. Oktober 2012 Kurz- und Langbeiträge sowie Poster, Panel, Studenten- oder Doktoranden-Vorträge über die Tagungswebsite www.isi2013.de eingereicht werden können.

Aktuelle Forschungsergebnisse aus den verschiedenen informationswissenschaftlichen Fachgebieten in Deutschland sowie der internationalen Fachwelt, sollen den Fortschritt der Informationswissenschaft in den letzten zwei Jahren aufzeigen. Ein anonymes Gutachterverfahren mit exzellenten Fachleuten aus dem In- und Ausland sichert einen hohen Veranstaltungsstandard. Englischsprachige Beiträge sind gerne willkommen. Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch.

Höhepunkt des Symposiums ist regelmäßig der nach einem der Begründer der deutschen Informationswissenschaft benannte Gerhard-Lustig-Preis, der für die beste studentische Abschlussarbeit im Bereich der Informationswissenschaft im Zeitraum 2011 – 2012 vergeben wird. Die prämierten Arbeiten werden im Rahmen einer besonderen Abendveranstaltung ausgezeichnet.

Im zeitlichen Zusammenhang direkt vor bzw. nach der ISI 2013 finden verschiedene weitere informationswissenschaftliche Veranstaltungen an der FH Potsdam statt: die Jahrestagung der deutschen Sektion der International Society for Knowledge Organisation (ISKO), der jährliche I-Science Day der FH Potsdam in Zusammenarbeit mit der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation (DINI e.V.) und der “frei<tag>”, der Unkonferenz des Trägervereins der bibliothekswissenschaftlichen Open Access Zeitschrift LIBREAS.

Weitere Informationen zur Konferenz finden Sie unter www.isi2013.de.

Veranstaltungstermin und -ort:
Mittwoch, 20. bis Freitag, 22. März 2013
Vor-Konferenzen, Workshops: Dienstag, 19.03.2013
Fachhochschule Potsdam, Hauptgebäude, Kiepenheuer Allee 5, 14469 Potsdam

Kontakt:
Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm, Fachbereich Informationswissenschaften, Fachhochschule Potsdam, Friedrich-Ebert-Str. 4, 14467 Potsdam,
Fon: +49 (0)331 580-1514, E-Mail: isi2013@fh-potsdam.de, http://www.isi2013.de
Konferenzleitung an der Fachhochschule Potsdam haben Prof. Dr. Stephan Büttner, Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm und Prof. Dr. Ernesto William De Luca.

Infocamp 2012: Die drei interessantesten Berichte

Crosspost von infocamp.ch:

Das Organisationsteam des Infocamp 2012 – Future Libraries hatte dazu aufgerufen, über die Veranstaltung zu berichten. Die drei besten Berichte sollten prämiert werden. Dies ist nun passiert und das Team möchte sich bei allen, die nicht nur auf dem Camp waren, sondern auch dessen Inhalt weitertrugen, bedanken.

Die drei prämierten Berichten sind (in alphabetischer Reihenfolge der Autorinnen und Autoren):

  • Dörthe Böhner (bibliothekarisch.de): Zur aktuellen #newLIS-Diskussion (http://bibliothekarisch.de/blog/2012/09/08/zur-aktuellen-newlis-diskussion/). Dieser Beitrag schafft es, obgleich die Autorin gar nicht in Chur anwesend war und sich nur über die mobilen Quellen (Stream, Mikroblogs, Pad) informierte, über spezifische Diskussionen auf dem Camp zu berichten. Dies hat uns sehr erstaunt, aber auch erfreut.
  • Rudolf Mumenthaler: #icamp12: unconference competence (http://ruedimumenthaler.ch/2012/09/11/icamp12-unconference-competence/). Der Autor hat auch während des Camps laufend über mehrere Kanäle berichtet, hier fasst er seine Eindrücke noch einmal für die englischsprachige Welt zusammen.
  • J. Widmer (InfoWissChurBlog): Infocamp 12, Erfahrungsbericht einer Studentin (http://blog.informationswissenschaft.ch/infocamp-12-erfahrungsbericht-einer-studentin/). Leider wurde das Camp nicht von so vielen Studierenden der HTW Chur selber besucht, wie wir gehofft hatten. Besonders gefreut hat es uns, dass eine der Studierenden, die dennoch anwesend war, auf dem Camp sowohl Dinge gelernt als auch Spass gehabt hat und ihre Mitstudierenden dazu aufruft, sich solche Möglichkeiten beim nächsten Mal nicht entgehen zu lassen.

Call for Paper: Inetbib-Tagung (März 2013, Berlin)

Im neugebauten Grimm-Zentrum (Bibliothek der Humboldt Universität zu Berlin) und nur zum Teil renovierten, ansonsten wilhemisch untergebrachten Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt Universität findet im März 2013 die nächste Inetbib-Tagung statt. (Inetbib = Internet in Bibliotheken) Für diese gibt es schon einige Zeit einen Call for Paper zum recht langatmigen Thema: „Angebot und Nachfrage: Was erwarten unsere Nutzer und unsere Nichtnutzer von uns?“ (Eine gefährliche Frage, denn was soll eine Bibliothek machen, deren Nutzerinnen und Nutzer nichts erwarten?) Aufgerufen zur Einreichung sind Kolleginnen und Kollegen aus der bibliothekarischen Praxis und der begleitenden Forschung.

Der ganze Text: Weiterlesen

Wird das E-Book und die Digitale Bibliothek die Umwelt retten?

Karsten Schuldt

 

Unter den Versprechen, die E-Books und Digitale Bibliotheken zu vermitteln scheinen, ist eines, dass auf den ersten Blick absonderlich klingt (das haben viele dieser Versprechen an sich), auf den zweiten Blick aber doch überlegenswert. Es wird die Frage gestellt, ob digitale Medien besser für die Umwelt sind als gedruckte Medien. Darüber hinaus wird gefragt, was der Informationssektor und Bibliotheken für die Umwelt tun können. Es fragt vor allem Gobinda Chowdhury von der University of Technology in Sydney, der offenbar auch hauptsächlich in Australien wahrgenommen wird. (Was in gewisser Weise ironisch ist, wird doch in Australien quasi jeder Weg mit dem Auto zurückgelegt.)

Die Argumentation von Chowdhury lautet ungefähr wie folgt: Weiterlesen

NewLIS: Eine neue Open Access Zeitschrift fürs Bibliothekswesen?

Etwas verspätet der Hinweis auf eine laufende Diskussion. Vor einigen Tage verkündet die Zentrale Landesbibliothek Berlin, dass ab dem nächsten Jahr die von ihr herausgegebene und produzierte Zeitschrift Bibliotheksdienst ab 2013 beim De Gryuter Verlag erscheinen wird. Das wird Gründe haben, aber diese Gründe wurden nicht verraten. Ein Ergebnis dieses Wechsels ist allerdings, dass die Artikel im Bibliotheksdienst ab 2013 erst nach zwölf Monaten frei zugänglich sein werden (und nicht nach drei, wie bislang). Nach der Information. Wissenschaft und Praxis ist dies die nächste Zeitschrift aus dem Bereich der Informationswissenschaft, welche zu diesem Verlag wechselt. Schon beim Wechsel der Information. Wissenschaft und Praxis hatte es Kritik gegeben, beim Bibliotheksdienst wurde einen Schritt weiter gegangen.

Eine ganze Anzahl von Kolleginnen und Kollegen begann darüber zu diskutieren, ob es nicht an der Zeit wäre, eine Open Access Zeitschrift für das Bibliothekswesen zu begründen. Es wäre nicht logisch, dass Bibliotheken das Prinzip Open Access fördern, aber es gleichzeitig nicht leben würden.

Nun gibt es neben den englisch-sprachigen Open Access Zeitschriften mit der RESSI und der LIBREAS auch zwei Open Access Zeitschriften, die deutschsprachige Artikel veröffentlichen und sich als Teil des Bibliothekswesens verstehen. Allerdings scheint dies für die Kolleginnen und Kollegen nicht ausreichend. Vielleicht finden sie andere Ausrichtungen notwendig, vielleicht wollen sie andere Publikationsformen gestalten.

So oder so wird die Diskussion um ein NewLIS transparent geführt, was natürlich auch heisst, dass sich Kolleginnen und Kollegen aus der Schweiz, inklusive aller Studierenden am SII, daran beteiligen können. Das könnte die Chance sein, eine Zeitschrift mitzugestalten, die man schon immer vermisst hat.

Das SII, auch der Teil, der sich mit Bibliotheken und Bibliothekswissenschaft befasst, hat noch keine gemeinsame Meinung zur Debatte. Aber gegen eine neue Zeitschrift hätten wir auch nichts.

DiBiSuisse White Paper 02: Digitale Bibliotheken – Kriterien

Die folgenden Kriterien, welche im Rahmen des Projektes DiBiSuisse erarbeitet wurden, versuchen, ein möglichst umfassendes, aber auch vergleichbares Bild von Digitalen Bibliotheken zu zeichnen. Sie können auf die einzelnen Digitalen Bibliotheken angewandt werden, wobei grundsätzlich eine Verbalisierung der Ergebnisse inklusive der Mehrfachnennung bei einigen Fragen möglich ist. Bislang existiert keine standardisierte und akzeptierte Nomenklatur für Digitale Bibliotheken, was auch mit dem sich schnell entwickelnden Feld zusammenhängt. Deshalb wird dieses „ungenaue“ Vorgehen (im Gegensatz zu festen Zahlenwerten) empfohlen.

Im weiteren Verlauf des Projektes werden die Digitalen Bibliotheken in der Schweiz mit Hilfe dieses Katalogs untersucht und anschliessend die Ergebnisse dieser Bewertung (die über ein Datenbank zugänglich gemacht werden), geclustert, um auf dieser Clusterung aufbauend allgemeine Trends und Gegenläufigkeiten benennen zu können.

DiBiSuisse White Paper 02: Digitale Bibliotheken – Kriterien (Karsten Schuldt, Rudolf Mumenthaler, Bruno Wenk)

Prinzipien der nächsten Generation von Bibliothekssoftware, maybe

In der aktuellen Serials Review wird eine Übersicht zur nächsten Generation von Bibliothekssoftware von Kirsten Wilson (North Carolina State University Libraries) erscheinen. (Wilson, Kirsten (2012) / Introducing the Next Generation of Library Management Systems. In: Serials Review (2012, Article in Press), http://dx.doi.org/10.1016/j.serrev.2012.04.003) Sie untersucht darin fünf kommende Angebote für Integrierte Bibliothekssysteme und generiert aus dieser Darstellung eine an den Anfang ihres Textes gestellte Zusammenfassung zu allgemeinen Trends für diese Softwaresparte.

Angemerkt werden muss allerdings, dass der Markt für Bibliothekssysteme in den USA – und vielen anderen Staaten – weit beweglicher ist, als in der Schweiz. Der Wechsel zwischen Systemen ist dort relativ gängig. Anstatt das Bibliothekspersonal auf eine System hin zu trainieren und dann, wenn es nötig ist, Änderungen des Systems beim Anbieter einzufordern, wird das Personal eher so trainiert, dass es zwischen Systemen wechseln kann – die ja letztlich oft eh ähnliche Funktionalitäten bilden – und gleichzeitig ein System schneller „verlassen“, wenn die Anbieter zu langsam oder gar nicht auf Wünsche reagieren. (Oder aber, so ist ja Evergreen entstanden, man schreibt „einfach“ selber eines, oft als Open Source.) Das heisst aber auch, dass Veränderungen dort schneller in den Bibliotheken ankommen, als in der Schweiz.

Die grundlegenden Trends, welche Wilson herausarbeitet, sind:

  • Integration von Diensten („Unlike the past decade, which saw vendors releasing a spate of stand-alone systems targeted to specific areas of library work, this new era in library tools is all about integration.“)
  • Die zunehmende Integration zuvor einzeln gehaltenen Daten. („The electronic resource management system (ERMS) promised to be a refuge for previously homeless data such as license terms, administrative information, and usage statistics, but wound up marginalized because it could not link these data to other systems.“)
  • Mit der Zunahme der Integration von Daten und Systemen wird die Pflege von „connectors between systems“ wichtiger.
  • Die Bibliothekssysteme setzen verstärkt auf die Cloud als Datenspeicher (und damit weniger auf die Server in der Bibliothek).
  • Das Teilen von Daten wird aktiv gefördert, was ja auch mit den neuen Regelwerken quasi gefordert wird. („Another technology trend coming to libraries is sharing.“) Es geht dabei nicht nur um Fremdtiteldatenübernahme, sondern um eine ständigen Austausch und gemeinsames Nutzen von Daten.

Trendanalysen sind immer schwierig und wie gesagt ist die Umsetzung solcher Trends in anderen Bibliothekssystemen als dem schweizerischen einfacher. (Aber auch nicht in allen.) Dennoch scheinen die von Wilson angeführten Punkte immerhin beachtenswert.

Digitale Bibliotheken sind… für wen da?

Schon vor einem Monat schrieb Megan Geuss auf arstechnica einen Beitrag zur geplanten Digital Public Library in den USA. (Geuss, Megan / Exercises in democracy: building a digital public library: The Digital Public Library of America—coming to an Internet connection near you?. In: arstechnica, 07.05.2012, http://arstechnica.com/information-technology/2012/05/exercises-in-democracy-building-a-digital-public-library/) Sie berichtete anlässlich einer Konferenz (eher einer öffentlichen Vereinssitzung) über den, noch nicht wirklich sehr weit gekommenen, Diskussions- und Aufbauprozess des Projektes; über unterschiedliche Ansätze und Probleme.

Interessant war dabei, dass Sie einen wichtigen Grund für die Existenz einer solchen Bibliothek anführt:

Despite the challenges facing the Digital Public Library of America, it’s a concept that needs to come to fruition sooner than later. Not simply because a Digital Library would be a professional accomplishment for many well-meaning intellectuals, but because citizens deserve a way to access, even just for the duration of a rental, the same ideas that people who live near better-funded libraries can access, without having to engage in piracy. (Geuss, 2012)

Die Digitale Bibliothek wird mit diesem Argument zu einer Aufgabe der gesamten Gesellschaft erklärt, um auf der Basis der technologischen Entwicklung einen Beitrag zur Sozialen Gerechtigkeit zu leisten.

Das ist ein hoher Anspruch, der erst einmal bei der Umsetzung des Projektes mit einbedacht werden muss. Vielleicht ohne das zu wollen, öffnete Geuss mit diesem Argument die Frage, für wen Digitale Bibliotheken eigentlich da sind. Bei ihr ist es die gesamte Öffentlichkeit. In einem anderen Zusammenhang stellen allerdings Miroslaw Górny und Jolanta Mazurek dar, wer die Digitalen Bibliotheken in Polen – selbstverständlich: einem anderen Land – hauptsächlich nutzt (Górny, Miroslaw ; Mazurek, Jolanta / Key users of Polish digital libraries. In: The Electronic Library 30 (2012) 4.)

The results of the survey indicate that a relatve stable group of users of digital libraries in Poland consists of persons interested in local history and amateur genealogists. This is a dominant group. Accounting for 60% of all users. […] The next groups of users are academic researchers and students. (Miroslaw & Mazurek, 2012, p. 9)

Das Ergebnis ist nicht unbedingt überraschend, insbesondere wenn man bedenkt, das bislang in Polen offenbar vor allem Material in digitalen Bibliotheken angeboten wird, welches historisch interessant ist. Gleichwohl ist die Differenz interessant: Nicht die gesamte Gesellschaft, wie bei Geuss argumentiert, sondern eine Gruppe mit speziellen Interessen profitiert direkt von den digitalen Angeboten. (Wobei die Gesamtgesellschaft selbstverständlich dann davon profitiert, wenn sie mehr über sich selbst und ihre Geschichte weiss.)

Auch Digitale Bibliotheken müssen offenbar darüber reflektieren, welche Materialien sie für wen anbieten. Dies ergibt sich nicht nur aus den die Angebote unterhaltenen Institutionen, sondern offenbar auch aus der Frage, welchen gesellschaftlichen Anspruch die Bibliotheken haben sollen.

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