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InfoWiss Chur

Blog des Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft

Autor: sharon (Seite 1 von 4)

Neue Publikation in den Churer Schriften zur Informationswissenschaft: Enhancing Collaboration in Collaborative Problem-Solving with Conversational Agents

Die «Churer Schriften zur Informationswissenschaft» ist eine elektronische Publikationsreihe des Schweizerischen Instituts für Informationswissenschaft SII der HTW Chur. Die Schriftenreihe umfasst Arbeitsberichte, Forschungsberichte, Diplomarbeiten und sonstige Publikationen zu den Forschungsfeldern der Bibliothekswissenschaft, Archivwissenschaft, Informationswissenschaft und Data Science.

Enhancing Collaboration in Collaborative Problem-Solving with Conversational Agents

Hanna Kummel (2019)

Xandar Unit simulation within a chat-based environment

Kurzfassung:
Die OECD hat einen umfangreichen und soliden Rahmen für die kollaborative Problemlösung geschaffen. Das Framework wurde aufgrund der Integration in die Erhebung kollaborativen Problemlösens in PISA 2015 entwickelt. Eine erkennbare Einschränkung des Feldes ist der Ausschluss der natürlichen Sprache, was die Umsetzung als realistischeres Szenario verhindert. Die Erhaltung der Validität des Messinstrumentes zwingt den Versuchsaufbau dazu Multiple-Choice-Fragen zu nutzen. Dieser Umstand wurde vielfach kritisiert und stellt damit den Fokus dieser Masterarbeit dar. In der Folge lautet die Hauptforschungsfrage: Welchen Einfluss hat die Umsetzung einer „natürlichen Zusammenarbeit“ auf die Erhebung kollaborativer Problemlösungen?
Die sieben Kapitel dieser Arbeit werden diese Frage durch empirische Forschung und einer Synthese der Ergebnisse beantworten. Die Ergebnisse führen zu einem funktionalen Prototyp eines Konversationsagenten, der die sprachliche Einschränkung für weitere Forschungen auflöst.

Schlagworte: kollaboratives Problemlösen, Konversationsagenten, natürliche Sprachverarbeitung

Abstract:
OECD has contributed a rich and solid framework to the field of collaborative problem-solving. The framework was developed due to the integration of a collaborative problem-solving assessment in PISA 2015. A recognizable restriction to the field is the exclusion of natural language which prevents implementation of a more realistic scenario. The maintenance of the validity of the item today forces the assessment setup to retain multiple-choice questions. This circumstance has been widely criticized and thus became the focus of this master’s thesis. Subsequently, the main research question to answer is: What influence does the implementation of a “natural collaboration” have on the assessments for collaborative problem-solving?
The seven chapters of this thesis will answer this question with conducted empirical research and a synthesis of results. Results led to a functional prototype of a conversational agent that resolves the linguistic limitation for further research.

Keywords: collaborative problem-solving, conversational agents, natural language processing

Die Churer Schriften zur Informationswissenschaft sind digital und kostenlos zugänglich und stehen für die Verwendung durch Dritte zur Verfügung: https://www.htwchur.ch/htw-chur/angewandte-zukunftstechnologien/schweizerisches-institut-fuer-informationswissenschaft-sii/publikationen/churer-schriften/

Neustart ausserhalb der Komfortzone – eine Masterabsolventin erzählt

Vom Design Studium zum Masterabschluss in Information and Datamanagement – Absolventin Monika Rohner erzählt im neuesten Blogpost der HTW Chur, wie es dazu kam.

Den Beitrag findet ihr auf dem  Blog der HTW Chur unter: https://blog.htwchur.ch/blog/neustart-ausserhalb-der-komfortzone/

Neue Publikation in den Churer Schriften zur Informationswissenschaft: Counteracting Concept Drift in Natural Language Classifiers

Die «Churer Schriften zur Informationswissenschaft» ist eine elektronische Publikationsreihe des Schweizerischen Instituts für Informationswissenschaft SII der HTW Chur. Die Schriftenreihe umfasst Arbeitsberichte, Forschungsberichte, Diplomarbeiten und sonstige Publikationen zu den Forschungsfeldern der Bibliothekswissenschaft, Archivwissenschaft, Informationswissenschaft und Data Science.

Counteracting Concept Drift in Natural Language Classifiers: Proposal for an Automated Method

Kirsten Scherer Auberson (2018)

Kurzfassung:

Natural Language Classifier helfen Unternehmen zunehmend dabei die Flut von Textdaten zu überwinden. Aber diese Classifier, einmal trainiert, verlieren mit der Zeit ihre Nützlichkeit. Sie bleiben statisch, aber die zugrundeliegende Domäne der Textdaten verändert sich: Ihre Genauigkeit nimmt aufgrund eines Phänomens ab, das als Konzeptdrift bekannt ist. Die Frage ist ob Konzeptdrift durch die Ausgabe eines Classifiers zuverlässig erkannt werden kann, und falls ja: ist es möglich dem durch nachtrainieren des Classifiers entgegenzuwirken. Es wird eine System-Implementierung mittels Proof-of-Concept vorgestellt, bei der das Konfidenzmass des Classifiers zur Erkennung von Konzeptdrift verwendet wird. Der Classifier wird dann iterativ neu trainiert, indem er Stichproben mit niedrigem Konfidenzmass auswählt, sie korrigiert und im Trainingsset der nächsten Iteration verwendet. Die Leistung des Classifiers wird über die Zeit gemessen, und die Leistung des Systems beobachtet. Basierend darauf werden schließlich Empfehlungen gegeben, die sich bei der Implementierung solcher Systeme als nützlich erweisen können.

Schlagwörter: Natural Language Classification, Konzeptdrift, Text Retrieval, Klassifikation, Natural Language Processing, Machine Learning

 

Abstract:

Natural Language Classifiers increasingly help Enterprises overcome the deluge of textual data coming their way. But these classifiers, once trained, lose their usefulness over time, as they remain static but the textual data’s underlying domain evolves: Their accuracy decreases in a phenomenon known as concept drift. Can this phenomenon be reliably detected in the classifier’s output? Once detected, can it be corrected through re-training, and if so, how? A proof-of-concept implementation of a system is presented, in which the classifier’s confi-dence metrics are used to detect concept drift. The classifier is then re-trained iteratively, by selecting test set samples with low confidence value, correcting them, and using them in the next iteration’s training set. The classifier’s performance is measured over time, and the system’s performance is observed. Finally, recommendations based on this implementation are made, which may prove useful in implementing such systems.

Keywords: natural language classification, concept drift, text retrieval, classification, natural language processing, machine learning

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Neue Publikation in den Churer Schriften zur Informationswissenschaft: Betrachtung der Data Visualization Literacy in der angestrebten Schweizer Informationsgesellschaft

Die «Churer Schriften zur Informationswissenschaft» ist eine elektronische Publikationsreihe des Schweizerischen Instituts für Informationswissenschaft SII der HTW Chur. Die Schriftenreihe umfasst Arbeitsberichte, Forschungsberichte, Diplomarbeiten und sonstige Publikationen zu den Forschungsfeldern der Bibliothekswissenschaft, Archivwissenschaft, Informationswissenschaft und Data Science.

Betrachtung der Data Visualization Literacy in der angestrebten Schweizer Informationsgesellschaft

Monika Rohner (2018)

Verschiedene Umsetzungen der Datenvisualisierung

Datenvisualisierungen sind ein wichtiges Werkzeug, um Inhalte und Muster in Datensätzen zu erkennen und ermöglichen so auch Laien den Zugang zu der Information, die in Datensätzen steckt. Data Visualization Literacy ist die Kompetenz, Datenvisualisierungen zu lesen, zu verstehen, zu hinterfragen und herzustellen. Data Visualization Literacy ist daher eine wichtige Kompetenz der Informationsgesellschaft. Im Auftrag des Bundesrates hat das Bundesamt für Kommunikation BAKOM die Strategie „Digitale Schweiz“ entwickelt. Die Strategie zeigt auf, wie die fortschreitende Digitalisierung genutzt und die Schweiz zu einer Informationsgesellschaft entwickelt werden soll. In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, inwiefern die Strategie „Digitale Schweiz“ die Förderung von Data Visualization Literacy in der Bevölkerung unterstützt. Dazu werden die Kompetenzen der Data Visualization Literacy ermittelt, Kompetenzstellen innerhalb des Bildungssystems benannt und die Massnahmen der Strategie in Bezug auf Data Visualization Literacy überprüft.

Schlagwörter: Bildung, Data Visualization Literacy, Datenvisualisierung, Informationsgesellschaft, Informationskompetenz, Schweiz

Die Churer Schriften zur Informationswissenschaft sind digital und kostenlos zugänglich und stehen für die Verwendung durch Dritte zur Verfügung: https://www.htwchur.ch/htw-chur/angewandte-zukunftstechnologien/schweizerisches-institut-fuer-informationswissenschaft-sii/publikationen/churer-schriften/

Hat die Stadtbibliothek Olten eine Zukunft? Eine Studie der HTW Chur gibt Antworten

Oft stand die Stadtbibliothek in Olten in jüngster Vergangenheit in der öffentlichen Kritik: Sie sei insgesamt zu teuer, sagen die einen. Sie müsse ihre Öffnungszeiten ausdehnen, sagen die anderen. Gar als «Betriebsferien-Bibliothek» wurde sie medial gegeisselt, da sie sechs Wochen im Jahr die Tore schliesst. Doch ist die öffentlich geübte Kritik überhaupt gerechtfertigt? Eine Studie des Schweizerischen Instituts für Informationswissenschaft im Auftrag der Stadt Olten sollte Antworten liefern. Und fand diese auch.

Der Eingangsbereich der Stadtbibliothek Olten

Olten hat viele Namen: «Literatenstadt», «Eisenbahnstadt», «Bildungsstadt» oder «Kulturstadt», um nur die geläufigsten zu nennen. Olten ist eine kulturell aktive Stadt: Es gibt z. B. ein Buchfestival, Kabarett- und Tanz-Tage oder einen literarischen Stadtrundgang (Literatour), zahlreiche Museen und eine junge Kulturszene. Diese Vielfalt widerspiegelt sich auch in der Bibliothekslandschaft der Stadt: Neben der alteingesessenen Stadtbibliothek existiert eine Jugendbibliothek, eine Ludothek und ein Stadtarchiv.

Die Stadtbibliothek ist in jüngster Vergangenheit jedoch immer wieder ins Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik geraten. Insbesondere die langen Betriebsschliesszeiten von insgesamt 6 Wochen im Jahr wurden zuletzt Ende 2017 öffentlich debattiert. Doch schaut man etwas genauer hin, so stellt man fest, dass die Stadtbibliothek Olten mit einem Stellenetat von gerademal 300 Stellenprozenten (verteilt auf 4 Personen) im schweizweiten Vergleich mit Bibliotheken in Gemeinden ähnlicher Grösse und mit einem vergleichbaren Bestandsvolumen unterdotiert ist. Der Spardruck in der seit der Finanzkrise 2008 arg gebeutelten Stadt hat auch vor der Stadtbibliothek nicht Halt gemacht, wovon die Stellenkürzungen der letzten Jahre zeugen (und dies bei gleichbleibender Arbeitslast notabene). Die Stadtverwaltung wollte genauer wissen, was mit den vorhandenen Ressourcen möglich ist und wie es mit der Stadtbibliothek in Zukunft weitergehen könnte.

Eine Fragestellung, die Prof. Ivo Macek wie gerufen kam und sich wunderbar u.a. mit der Unterstützung von Studierenden lösen liess: So erstellten die Studierenden des Bachelor-Studiengangs Informationswissenschaft Teilzeit (Klasse IW 16 tz ZH) im Rahmen des Moduls «Empirische Sozial- und Benutzerforschung» eine grossangelegte Nutzerbefragung und werteten diese aus. Derweil Studierende des Weiterbildungsmasters MAS in Information Science (Klassenjahrgang 2017-2019) im Rahmen einer Projektwoche vor Ort unter der Leitung von Prof. Ivo Macek und Prof. Urs Kappeler zukunftsträchtige Ideen für die Stadtbibliothek Olten entwickelten. Was dabei im Wesentlichen herauskam, sei in der Folge kurz zusammengefasst. Um die Ergebnisse allerdings zu verstehen, bedarf es zunächst eines Exkurses in die Trends der globalen Bibliothekswelt:

Bibliotheken verändern sich

Öffentliche Bibliotheken sind derzeit weltweit einem grossen Wandel unterworfen. Dieser hat einerseits technische, andererseits gesellschaftliche Ursachen: Das Internet hat den Zugang zu Wissen vereinfacht, und digitale Angebote haben das Verhalten von Bibliotheksnutzern markant verändert. Die Zeiten, in denen Bibliotheken Orte waren, in welchen man primär Bücher auslieh, sind längst vorbei. Die ursprüngliche Kernaufgabe, die Medienausleihe, ist zwar immer noch zentral. Es sind jedoch zahlreiche Aufgaben dazugekommen: Leseförderung für unterschiedliche Altersgruppen, vertiefte Vermittlung von Medienkompetenz, Integrationsprojekte, Unterstützung des lebenslangen Lernens. Als wichtiger Begegnungs-, Austausch- und Lernort haben Bibliotheken eine tragende Rolle. Öffentliche Bibliotheken reagieren zurzeit weltweit mit neuen strategischen Ausrichtungen auf die Herausforderungen. Was bedeutet das nun für die Stadtbibliothek Olten?

Neues Profil nötig

Ihr fehlt es an einem klaren Aktionsplan, wie sie sich in diesem sich verändernden Umfeld positionieren will. Das bisherige (historisch bedingte) Profil als Studien- und Bildungsbibliothek scheint überholt. Mit der vor einigen Jahren im Fachhochschulcampus der FHNW eröffneten Bibliothek besteht eine moderne Einrichtung, die Studien- und Bildungszwecken dient und in Sachen vorhandener Infrastruktur der Stadtbibliothek den Rang abläuft. Es wird daher empfohlen, die Ausrichtung zu überdenken und einen Wandel hin zu einer reinen «allgemeinen öffentlichen Bibliothek» vorzunehmen. Konkret: Die Stadtbibliothek positioniert sich als sog. «3. Ort», das heisst als Ort, in dem man nebst dem Zuhause und der Arbeitsstelle seine Zeit verbringt. Sie schafft Platz und Raum, in denen Menschen freien Zugang haben, ohne Konsumationsdruck und dabei auf Medien zur Unterhaltung, sowie Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten treffen. Der «3. Ort» ist ein Treffpunkt, der Platz für Veranstaltungen und Aktivitäten unterschiedlichster Art bietet: seien dies Konzerte, Ausstellungen, Podiumsgespräche oder Theateraufführungen oder seien dies Veranstaltungen im privaten Rahmen oder Treffen von Gruppierungen unterschiedlichster Couleur. Der Nutzung des Raums sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Die dafür nötigen Raumangebote zu schaffen, ist eine Herausforderung, welche die Bibliothekslandschaft zurzeit stark beschäftigt.

Neuer Raum nötig

Die Stadtbibliothek Olten kann an ihrem jetzigen Standort an der Hauptgasse in der Altstadt die Anforderungen an einen «3. Ort» nur sehr schwer erfüllen. Die Räume sind eng, die Regale statisch und die Lichtverhältnisse ungenügend. Zudem verteilt sich die Bibliothek über mehrere Stockwerke, was für Veranstaltungen und Raum für Begegnung eher hinderlich ist.

Gleichzeitig existiert mit der «Jugendbibliothek» auf dem Platz Olten noch eine zweite bibliothekarische Einrichtung, die sich ausschliesslich auf das Zielpublikum «Kinder und Jugendliche» ausrichtet, während die Stadtbibliothek eine Kundschaft im Erwachsenenalter anspricht. Diese räumliche, inhaltliche und organisatorische Trennung (die Stadtbibliothek ist dem Präsidial-, die Jugendbibliothek dem Schuldepartement angegliedert) wird als unsinnig erachtet. In einer Zusammenlegung beider Einrichtungen indes wird grosses Potential gesehen, Synergien können genutzt und Kräfte gebündelt werden. Ressourcen können ebenfalls besser eingesetzt werden, wenn alle an einem Ort zusammenarbeiten, anstatt jeder an einem separaten Standort und für sich. Allerdings macht – wie angetönt – eine Zusammenlegung nur Sinn, wenn auch eine räumliche Zusammenführung unter einem gemeinsamen Dach erfolgt. Nach Prüfung verschiedener möglicher Standorte in der Stadt Olten kommt die Studie zum Schluss, dass eine Integration der Stadtbibliothek ins Stadthaus baulich gut realisierbar wäre und grosse Vorteile in Bezug auf die zu erwartenden Synergieeffekte mit sich brächte. Der Raumperimeter der jetzigen Jugendbibliothek liesse sich relativ problemlos auf den ganzen Parterre-Bereich des Stadthauses erweitern, im Idealfall noch unter Hinzunahme der bis anhin ungenutzten Dachterrasse. Ein Projekt, das sicherlich günstiger ausfallen würde als ein kompletter Neubau.

Ressourcen stärken

Die Stadtbibliothek verfügt heute über einen Stellenetat von 3 Vollzeitstellen verteilt auf 4 Mitarbeitende. Im Vergleich mit anderen Bibliotheken von Gemeinden ähnlicher Grösse sind die personellen Ressourcen in Olten unzureichend. Zum Vergleich: Die Stadtbibliothek Baden beschäftigt 24 Mitarbeitende in insgesamt 12,4 Vollzeitstellen, in der Stadtbibliothek Aarau teilen sich 19 Mitarbeitende 10,2 Vollzeitstellen. Selbst die kleineren Stadtbibliotheken wie Zofingen, Langenthal und Burgdorf haben mindestens eine Vollzeitstelle mehr als die Stadtbibliothek Olten und ein Mehrfaches an Mitarbeitenden. Die Studie kommt zum Schluss, dass mit Blick auf die unmittelbare Konkurrenz, das verfügbare Medienangebot und die Aufgaben, die die Bibliothek über das bibliothekarische Kerngeschäft hinweg wahrnimmt (z. B. Sammelauftrag für Oltner Schrifttum, sog. «Oltenensia») mind. 100 Stellenprozente mehr als bisher vonnöten wären.

Politisches Bekenntnis zu einer Bibliothek mit Zukunft nötig

Alle Vorschläge sind wirkungslos, wenn kein klares politisches Bekenntnis zur Bibliothek und zu mehr Ressourcen in personeller wie in räumlicher Hinsicht vorhanden ist. Die Bibliothek muss sich und ihren Anliegen zwingend mehr politisches Gehör verschaffen, sei dies über eine Bibliothekskommission oder durch eine Vertretung in der Behörde. Der bevorstehende Wechsel in der Bibliotheksleitung böte die Chance für einen breit abgestützten Strategieentwicklungsprozess, der die Zukunft des Bibliotheksplatzes Olten nachhaltig sicherstellt. Die Zielsetzungen für die Bibliothek sollen im Einklang mit den Zielen des Regierungsprogrammes des Stadtrates stehen und auf die künftige städtebauliche und demografische Entwicklung Oltens abgestimmt sein.

Wenn Olten sorgsam mit seiner Stadtbibliothek umgeht, trägt sie nicht nur zur Bewahrung eines identitätsstiftenden Ortes und des kulturellen Erbes bei, sondern leistet eine unverzichtbare qualitative Investition ins städtische Leben. Denn Olten will ja gemäss den Regierungszielen vor allem eines sein: Ein Ort von hoher Lebensqualität mit einem reichhaltigen und qualitativ hochstehenden kulturellen Angebot. Oder wie es wörtlich heisst: «Der Kultur- und Bildungsstandort für die Region» (bis 2021). Dazu gehört auch eine Bibliothek, die höchsten Ansprüchen genügt.

Gerne steht der Projektleiter Prof. Ivo Macek (ivo.macek@htwchur.ch) beratend zur Seite.
Weitere Angaben zum Projekt finden Sie zudem auf der Projektseite.

Wissen identifizieren, teilen und nutzbringend anwenden – Grundlage für Innovation im Unternehmen

Das Erkennen von Kommunikationsbeziehungen (wer fragt wen bei welchem Problem, wer steht mit wem in welcher Kommunikationsbeziehung?) sowie die Identifikation von Wissensträgern (Experten) aber auch Wissenslücken ist ein entscheidender Beitrag zur Weiterentwicklung des Unternehmens und damit die Grundlage von Innovationen und dem langfristigen Unternehmenserfolg.

Visualisierung der Kommunikation der weltweit verteilten Forschungsabteilungen zu einem bestimmten Thema.

 

Wissensmanagement ist mit drei grossen Herausforderungen verbunden. Zunächst muss das Wissen der Mitarbeitenden identifiziert werden, danach müssen die Mitarbeitenden dazu motiviert werden ihr Wissen freiwillig zu teilen und zu guter Letzt muss sichergestellt sein, dass dieses Wissen auch angewendet wird. Ein Grossteil des unternehmensweit vorhandenen Wissens wird im entscheidenden Moment immer wieder neu entwickelt, da die Mitarbeitenden gar nicht wissen, dass das Wissen bereits vorhanden ist. In letzter Konsequenz bringt aller Aufwand, der für das Wiederauffinden bereits externalisierten und codifizierten Wissens mit Hilfe des Dokumenten- und Informationsmanagement betrieben wird, nicht den gewünschten Effekt. Deshalb ist die zentrale Aufgabe des Wissensmanagements die Identifikation des organisationalen Wissens, oder anders gesagt, die Identifikation der Personen, die das notwendige Wissen bereits besitzen.

Ziel dieses Projekts war die Entwicklung eines visuellen Anreizsystems zum freiwilligen Wissensaustausch im kollaborativen Wissensmanagement. Die Idee basiert auf der Annahme, dass wenn die Mitarbeitenden eines Unternehmens sehen können wie aktiv andere Mitarbeitenden ihr Wissen teilen, sie dazu animiert werden, ihr eigenes Wissen ebenfalls mitzuteilen, um so ihre eigene Reputation steigern zu können.

Um dies zu realisieren wurde für das Social-Media-Enterprise-Tool „Confluence” ein Software Add-on entwickelt, das mittels automatisierter Textanalyse bestimmte Kennzahlen (Benchmarks) erfasst, auswertet und in Confluence visualisiert. Mit Hilfe eines für verschiedene Use Cases entwickelten Dashbords (Cockpits) ist es möglich, Projektleitenden und Projektmitarbeitenden effizient aufzuzeigen, welche Personen im Unternehmen welches Expertenwissen besitzen und wie dieses Wissen ge- und verteilt, oder auch nicht geteilt, wird.

Obgleich in diesem Projekt die Entwicklung einer Softwarekomponente im Vordergrund stand muss dessen Entwicklung und dessen Einsatz im Unternehmen durch eine Veränderung der unternehmensweiten Wissenskultur begleitet werden. Nur durch eine Verankerung einer offenen Wissenskultur im Unternehmen kann die Software ihr volles Potenzial entwickeln. Darum wurde in diesem Projekt auch ein Change-Management-Konzept entwickelt um Stellen und Funktionen zu identifizieren und zu entwickeln, die für den Kulturwandel notwendig und sinnvoll sind.

Das Projekt konnte nach zwei Jahren erfolgreich abgeschlossen werden. Das Change-Management-Konzept wurde speziell für Unternehmen entwickelt, die mit Hilfe des Kollaborationstools Confluence, Wissensmanagement in ihrem Unternehmen erfolgreich einführen und langfristig und zielorientiert einsetzen wollen. Die Softwarekomponente zum Erfassen von Kennzahlen und zur Visualisierung in den unterschiedlichen Dashboards steht als „Prototyp” unter der URL https://github.com/htwchur/Coltero zur Verfügung. Der Einsatz dieser Software in anderen Unternehmen bedarf jedoch spezifischer Anpassungen an die im Unternehmen individuell vorhandenen Gegebenheiten.

Gerne steht der Projektleiter Prof. Dr. habil Wolfgang Semar (wolfgang.semar@htwchur.ch) beratend zur Seite.

Weitere Angaben zum Projekt finden Sie zudem auf der Projektseite unter https://www.htwchur.ch/htw-chur/angewandte-zukunftstechnologien/schweizerisches-institut-fuer-informationswissenschaft-sii/projekte/coltero/.

Eat, study, collaborate – Warum ist Szeged die ideale Destination dafür?

Autor_innen: Mirjana Jaksic, Julia Blättler, Tobias Russi, Studierende Masterstudienrichtung Information and Data Management

In der Masterstudienrichtung Information and Data Management der HTW Chur finden jeweils sogenannte Praxisprojekte statt. Darin zeigen die Studierenden ihre Fähigkeit, im Team, innerhalb einer bestimmten Zeit, wissenschaftlich und ergebnisorientiert eine Lösung für ein anspruchsvolles Praxisproblem zu entwickeln. Nachfolgend berichtet ein Projektteam vom Projekt und der anschliessenden Studienreise.

Internationale Kooperation, Innovation, moderne Arbeitsformen oder kulinarischer Genuss – das sind Begriffe, die man nicht unbedingt mit Ungarn in Verbindung bringt. Falls doch, steht eher Budapest ganz weit oben. Die drittgrösste Stadt Ungarns, Szeged, fällt kaum jemanden ein. Zugegeben, auch uns nicht.

Im Herbstsemester 2017 haben wir im Rahmen eines Praxisprojekts die Vorarbeit für ein grösseres Projekt geleistet. Es soll eine neue Software für das Schweizer ÜGK-Projektkonsortium (ÜGK = Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen) entwickelt werden. Unsere Aufgabe war es, die User-Bedürfnisse zu erheben und daraus die Anforderungen an die Software abzuleiten und Designvorschläge zu erarbeiten. Die technische Umsetzung des Projektes erfolgt durch ein kleines IT-Unternehmen aus Szeged. Wir wurden von der HTW Chur eingeladen, unsere Ergebnisse den Entwicklern vorzustellen und Inputs zur weiteren Umsetzung beizutragen.

Ungarische Gastfreundschaft & Genuss

An der ungarischen Gastfreundschaft sind wir dabei nicht vorbeigekommen. Am ersten Abend hat uns die Leiterin des IT-Unternehmens zu einem traditionellen Abendessen eingeladen – einer sehr leckeren Fischsuppe. Ein Willkommensschnaps davor ist natürlich ein Muss. Man will ja nicht unhöflich sein. :-)

Willkommensschnaps in Delirium Pub

Fischsuppe – Spezialität aus Szeged

 

 

 

 

 

 

 

Fischspezialitäten mögen nicht jedermanns Sache sein. Szegeds Küche bietet jedoch eine breite und vielseitige Auswahl an Fleisch- und vegetarischen Gerichten, sodass jeder auf seinen Geschmack kommt. In Szeged schlecht zu essen ist schlicht unmöglich. Zu einem guten Essen gehört natürlich auch guter Wein. Auch da wird man schnell fündig. Besondere Freude dürften die Bierliebhaber erleben: In jedem Lokal, sei es ein studentischer Treff, ein Nobelrestaurant oder eine Abrisskneipe (die in Ungarn übrigens sehr beliebt sind) wird eine grosse Auswahl an Bieren, meist aus lokalen kleineren Brauereien, angeboten.

Szeged ist vor allem eine Universitätsstadt. Die Universität ist gross, fast die ganze Stadt ein Campus.

Hauptgebäude der Universität Szeged

Universitätsplatz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Wege von einem Standort zum nächsten sind kurz und führen meist durch die Altstadt mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten.

Beim Spaziergang über den Dóm tér (Domplatz) fühlt man sich leicht in eine andere Zeit versetzt. Für sportbegeisterte eignet sich der örtliche Damm wunderbar für eine Joggingrunde bei Sonnenaufgang.

Fussgängerzone Altstadt

Dóm tér im Stadtzentrum

Stadtpark Szeged

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der wichtigste Teil unserer Reise war das Meeting mit den Softwareentwicklern, bei welchem wir in den Arbeitsalltag reinschnuppern und ihre Arbeitsweise kennenlernen durften. Wir haben ein Team von freundlichen und motivierten Menschen angetroffen, für die Effizienz und Lösungsorientierung an erster Stelle stehen. Die Kommunikation war unkompliziert, klar und direkt. Selbst als Studierende wurden wir als Partner auf Augenhöhe angesprochen, der Fokus lag auf der gemeinsamen Aufgabe. Der Arbeitstag war sehr produktiv, wenn auch sehr kurz. In der Mittagspause konnten wir unsere Gastgeberin besser kennenlernen und mehr über die Arbeits- und Lebensweise in Ungarn erfahren.

Lessons learned

An der ÜGK sind verschiedene Institutionen in unterschiedlichen Aufgabenbereichen beteiligt, was einen höheren (methodischen und zeitlichen) Koordinationsaufwand in unserem Projekt darstellte. Gleichzeitig war es sehr spannend und lehrreich, die verschiedenen Verantwortungsbereiche kennenzulernen und die gegenseitigen Wechselwirkungen zu identifizieren.

Abschliessen möchten wir unseren Bericht mit einem Tipp für eine bessere Work-Life-Balance: Man muss essen! ;-)

Informationsveranstaltungen Studienangebote Information Science Herbst 2018

Wir laden Sie herzlich ein zu unseren Informationsveranstaltungen über unsere Bachelor-, Master- und MAS-Studiengänge an der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur.

 

Zürich (Bachelor, Master, MAS)

Mo, 29. Oktober 2018, 18.00-20.00 Uhr

HTW Chur, Limmatstrasse 21, 8005 Zürich

 

HTW Chur, Infotag (Bachelor, Master, MAS)

Sa, 17. November 2018, 10.00-14.00 Uhr

HTW Chur, Pulvermühlestrasse 57, 7000 Chur

 

St. Gallen (Bachelor, MAS)

Mo, 26. November 2018, 18.15-19.45 Uhr

Bibliothek Hauptpost, Gutenbergstrasse 2, 9000 St. Gallen

 

Basel (Bachelor, MAS)

Mo, 03. Dezember 2018, 17.45-19.15 Uhr

Schweizerisches Wirtschaftsarchiv, Peter Merian-Weg 6, 4002 Basel

 

Luzern (Bachelor, MAS)

Mi, 05. Dezember 2018, 18.45-20.15 Uhr

Bibliothek HSLU W, Frankenstrasse 9, 6002 Luzern

 

Bern (Bachelor, MAS)

Mo, 10. Dezember 2018, 17.15-19.00 Uhr

Universitätsbibliothek Bern, Münstergasse 61, 3000 Bern

 

Details und Anmeldung

Bachelor: https://www.htwchur.ch/studium/bachelorangebot/wirtschaft-und-dienstleistung/information-science/#c4288

Master: https://www.htwchur.ch/studium/masterangebot/wirtschaft-und-dienstleistung/information-and-data-management/#c4230

MAS: https://www.htwchur.ch/weiterbildung/information-science/master-of-advanced-studies/information-science/#c8481

 

Die Veranstaltungen sind kostenlos. Eine Anmeldung ist erwünscht.

Neue Publikationen in den Churer Schriften zur Informationswissenschaft aus dem MAS in Information Science

Die «Churer Schriften zur Informationswissenschaft» ist eine elektronische Publikationsreihe des Schweizerischen Instituts für Informationswissenschaft SII der HTW Chur. Die Schriftenreihe umfasst Arbeitsberichte, Forschungsberichte, Diplomarbeiten und sonstige Publikationen zu den Forschungsfeldern der Bibliothekswissenschaft, Archivwissenschaft, Informationswissenschaft und Data Science.

Wie lernen studentische Bibliotheks-Nutzende und was macht für sie den optimalen Arbeitsplatz aus? Eine Studie der Lernlandschaft der Universitätsbibliothek St. Gallen

Andrea Traber (2018)

Die Universitätsbibliothek St. Gallen ist mit einem stetig steigenden Bedarf an Lernplätzen konfrontiert. Um diese qualitativ hochstehend und bedürfnisgerecht zu gestalten, ist es ent­scheidend, die Anforderungen der Studierenden an Lernplätze zu kennen. Auch stellt sich immer wieder die Frage, wie sich gesellschaftliche und technologische Entwicklungen auf Nutzerbedürfnisse auswirken.

Die vorliegende Arbeit untersucht die Lernlandschaft der Universitätsbibliothek St. Gallen, indem sie mittels Beobachtungen beliebte und wenig genutzte Zonen identifiziert. Des Weiteren werden mittels Fotobefragungen die Lern- und Arbeitsweisen von Bibliotheks­nutzenden und deren Erwartungen an Lernplätze analysiert.

Dabei zeigt sich, dass kooperative und kreative Lernformen wenig Einzug in den studentischen Lernalltag gefunden haben und sich Studierende mehrheitlich einen herkömmlichen Einzelarbeitsplatz in einer ruhigen Umgebung wünschen, so dass sie im Kreise Gleich­gesinnter still und konzentriert lernen und arbeiten können. Diese Erkenntnis soll die Universitätsbibliothek St. Gallen und Hochschulbibliotheken im Allgemeinen dabei unter­stützen, Lernorte bedürfnisgerecht zu gestalten.

Schlagwörter: User Experience in Libraries, UXLib, Ethnografie, Fotobefragung, Beobach­tung, Lernort Bibliothek, Nutzerbedürfnis


„Für das Volk und durch das Volk?“ Bibliotheken als Gegenstand von Volksabstimmungen und Petitionen

Irina Morell (2018)

Angesichts des zunehmenden Spardrucks müssen Bibliotheken in der Schweiz ihre Interessen auf der politischen Bühne wirksam vertreten können, um auch in Zukunft über ausreichend finanzielle Mittel für die Erfüllung ihres gesellschaftlichen Auftrags zu verfügen. Die direkte Demokratie bietet Bibliotheken dafür zahlreiche Möglichkeiten. Doch nutzen Bibliotheken diese auch, und mit welchen Folgen? In der Schweiz fand dieses Forschungsthema im Gegensatz zu den USA bis heute wenig substantielle Beachtung.

Die Arbeit trägt zur Schaffung einer notwendigen Grundlage für weitere Forschungsarbeiten bei, indem sie alle schweizerischen Volksabstimmungen und Petitionen mit Bibliotheksbezug der letzten zehn Jahre erfasst und auswertet. Mehrere auf Experteninterviews basierende Fallstudien erlauben vertiefende Erkenntnisse zu ausgewählten Abstimmungsbeispielen. Im Zentrum der Untersuchung steht der Versuch, basierend auf diesen Daten einen Leitfaden für direktdemokratische Interessenvertretung zu erstellen, der praktische Handlungsempfeh­lungen für schweizerische Bibliotheken zur Verfügung stellt. Darüber hinaus untersucht die Masterarbeit den Einfluss direktdemokratischer Volksrechte auf die öffentliche Bibliotheks­landschaft der USA und der Schweiz.

Schlagwörter: Abstimmungsforschung, Abstimmungskampf, Bibliothekspolitik, direkte Demokratie, Interessenpolitik, Interessenvertretung, Lobbyismus, öffentliche Bibliothek, Petition, Politikwissenschaft, politische Kommunikation, politische Kampagne, Schweiz, USA, Volksabstimmung

Die Arbeiten stehen zum kostenlosen Download bereit unter: https://www.htwchur.ch/htw-chur/angewandte-zukunftstechnologien/schweizerisches-institut-fuer-informationswissenschaft-sii/publikationen/churer-schriften/

Neue Publikation in den Churer Schriften zur Informationswissenschaft: Leichte Sprache in amtlichen Publikationen und Webseiten

Vera Knoll (2018): Leichte Sprache in amtlichen Publikationen und Webseiten: Wie ernst nehmen Verwaltungen die Leichte Sprache in der deutschsprachigen Schweiz?

Das Thema Leichte Sprache hat mit der Ratifizierung der UNO-Behindertenrechtskonvention 2014 Aufwind erhalten. Es geht um stark vereinfachte Sprache, die im Gegensatz zur Einfachen Sprache genauen Regeln unterliegt. Die Leichte Sprache wird oft mit den Begriffen „Inklusion“ und „Partizipation“ in Zusammenhang gebracht. Zielgruppe sind Menschen mit Lernschwierigkeiten, aber auch andere wie z.B. Fremdsprachige können profitieren. Aus Sicht der Betroffenen ermöglicht die Leichte Sprache Zugang zu Wissen und bietet einen wichtigen Beitrag zur Selbstbestimmung. Sie kann aber auch zur Stigmatisierung der betroffenen Gruppe führen.

Diese Churer Schrift untersucht, welche Stadt-, Kantons- und Bundesverwaltungen in der deutschsprachigen Schweiz zurzeit Texte in Leichter Sprache anbieten, wie gross die Akzeptanz der Verwaltungen bezüglich der Sprache ist und wie sie die Leichte Sprache umsetzen. So wurden mittels Internetrecherche die Webseiten der Verwaltungen nach Texten in Leichter Sprache durchsucht und analysiert, und es wurden Experteninterviews mit Verwaltungs-Vertretern und einem Übersetzer der Leichten Sprache geführt. Es stellte sich heraus, dass die Stadt-, Kantons- und Bundesverwaltungen damit begonnen haben, Texte in Leichte Sprache übersetzen zu lassen – bis jetzt allerdings erst Verwaltungen grösserer Städte und die Bundesverwaltung. Die meisten Texte richten sich v.a. an Behinderte und betreffen deren Rechte und die für sie wichtigen Informationen. Als weitere wichtige Adressatengruppe fühlen sich die Fremdsprachigen mit geringen Deutschkenntnissen angesprochen.

Bei der Umsetzung der Barrierefreiheit im Internet steht man noch ganz am Anfang. So wurde nur eine Webseite in Leichter Sprache gefunden. Je nach Adressatengruppe werden Formen unterschiedlicher Sprachniveaus verwendet, die sich allerdings in der Praxis miteinander vermischen können, so dass die Trennlinie zwischen Leichter und Einfacher Sprache nicht immer eingehalten wird trotz Bewusstseins um die Unterschiede derselben.

Die Arbeit steht, wie alle weiteren Veröffentlichungen unserer elektronischen Schriftenreihe, zum kostenlosen Download bereit unter: https://www.htwchur.ch/htw-chur/angewandte-zukunftstechnologien/schweizerisches-institut-fuer-informationswissenschaft-sii/publikationen/churer-schriften/

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