Was wir im Internet tun, zeigt, wer wir sind.

Multinationale Firmen sammeln unsere Daten und verkaufen sie angeblich anonymisiert weiter. Es zeigt sich aber, dass diese Daten ganz und gar nicht anonymisiert sind. Ein Tool, das eigentlich ein Sicherheitsschutz für das Surfen sein soll (Web of Trust, WoT), ist in Wirklichkeit eine Beobachtungssoftware. Die Software zeichnet im Hintergrund das Surfverhalten des Nutzers auf und sendet diese Daten an einen Server im Ausland. Dort wird ein Profil erstellt, bei dem Datum, Uhrzeit, Ort und angesteuerte Web-Adresse gemeinsam mit einer Nutzerkennung abgespeichert werden. Diese Daten gehen dann an Zwischenhändler, die sie auf dem Datenmarkt zum Verkauf anbieten.

Quelle: 8thBridge 2013, Grafik: Südostschweiz

Quelle: 8thBridge 2013, Grafik: Südostschweiz

Die Web-Verläufe geben alle Geheimnisse aus dem Berufs- und Privatleben preis. Damit wird unsere Privatsphäre in keinster Weise mehr respektiert. Experten haben sich diese Datensätze angesehen und konnten viele Nutzer eindeutig identifizieren. Zum Beispiel über E-Mail-Adressen, in denen der Name steht, oder Anmeldenamen und andere Bestandteile aufgerufener URLs. Darin sind auch Namen, Anschriften, Telefonnummern und E-Mail-Adressen von Bekannten und Verwandten enthalten. Kriminelle könnten somit Personen mit den Details zu ihrem Surfverhalten erpressen.

 

 

Dieser Beitrag von Wolfgang Semar erschien in der Printausgabe der Zeitung Südostschweiz vom 13.12.2017. Download des Artikels

Ein ausführlicherer Bericht ist auf dem Blog Wissensplatz zu finden: http://wissensplatz.htwchur.ch/big-data-welche-daten-gebe-ich-preis/