HTW Chur - SII

InfoWiss Chur

Blog des Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft

Kategorie: Archivwissenschaft

Neue Publikation in den Churer Schriften zur Informationswissenschaft: Überlieferungsbildung 2.0

Franziska Brunner (2017): Überlieferungsbildung 2.0: Eine Untersuchung zum Mehrwert von Partizipation Dritter in staatlichen Archiven

Die Partizipation Dritter bei der Überlieferungsbildung ist in den vergangenen Jahren in der archivischen Fachdiskussion konzeptionell angedacht sowie im Rahmen von konkreten Projekten auch bereits praktisch umgesetzt worden. Dennoch erfährt die Idee, interessierte Freiwillige verstärkt an bis anhin ausschliesslich in archivischer Zuständigkeit liegenden Aufgaben beteiligen zu lassen, insbesondere im deutschsprachigen Raum bisher weiterhin wenig substantielle Beachtung. Die Arbeit untersucht, welchen Nutzen eine Beteiligung Dritter für die archivischen Kernprozesse der Überlieferungsbildung (insbesondere Bewer­tung und Erschliessung) schaffen kann und wie staatliche Archive Partizipation gewinn­bringend und nachhaltig einsetzen können. Im Zentrum der Untersuchung steht die Be­fragung von potentiellen Zielgruppen einer solchen Mitwirkung. Auf Grundlage der dabei erhobenen Daten werden die unterschiedlichen Interessen und Motive Freiwilliger in Bezug auf eine Mitwirkung dargestellt und die zusätzlichen relevanten Inhalte, welche Archive von Dritten für die Überlieferungsbildung erwarten können, herausgearbeitet. Die Untersuchung gibt weiter Hinweise auf die Nutzbarmachung von Partizipation im archivischen Prozess der Überlieferungsbildung. Die Arbeit trägt somit zu der Schaffung der notwendigen Grundlagen für den strategischen Miteinbezug von Dritten bei der Überlieferungsbildung bei.

Schlagwörter: Überlieferungsbildung, Archive, Partizipation

Die Arbeit steht, wie alle weiteren Veröffentlichungen unserer elektronischen Schriftenreihe, zum kostenlosen Download bereit unter:

Neuerscheinungen in den Churer Schriften zur Informationswissenschaft

Weiterbildung zum richtigen Umgang mit Informationsressourcen

Gemeinsam mit der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) und in Kooperation mit dem ARMA Swiss Chapter führt die HTW Chur ein fünftägiges Seminar „Herausforderung Informationsressource“ durch. Die Weiterbildungsveranstaltung ist speziell auf die Bedürfnisse von Praktikerinnen und Praktikern zugeschnitten. Im Rahmen des Seminars werden Problemstellungen aus dem Bereich des Informationsmanagements aufgegriffen und Methoden für deren Bewältigung aufgezeigt.

Dabei geht es zunächst um Begriffsklärungen und -abgrenzungen. Darauf aufbauend werden Voraussetzungen erläutert, die für die erfolgreiche Einführung eines Informationsmanagements in Betrieben und Verwaltungen notwendig sind. Ein Seminartag ist elektronischen Kommunikationskanälen und insbesondere der Verwaltung von E-Mails im Rahmen des Records Managements gewidmet. Weitere Themen sind Projekt- und Change Management sowie Nutzwertanalysen und die Bearbeitung von Fallstudien.

Durchgeführt wird das Seminar im Zeitraum vom 17.04. bis 27.06.2015 an der FHNW in Olten. Das Programm ist wie folgt gegliedert:

  • 17.04.15 Informationsmanagement & Information Governance
  • 18.04.15 Informationsziele als Teil der Geschäftsziele
  • 24.04.15 Social Media, Schwerpunkt E-Mail, Enterprise 2.0
  • 25.04.15 Projekte lancieren und aufgleisen
  • 27.06.15 Fallstudie

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie in den nachfolgenden Dokumenten.

Flyer_Seminar_Informationsressource

Seminarprogramm_Informationsressource

DNA als Langzeit-Datenspeicher?

Die Desoxyribonukleinsäure (oder Deoxyribonucleic acid, DNA) ist schon seit Jahrmillionen ein zentraler „Datenspeicher“ der Lebewesen auf unserem Planeten. In einzelnen Bereichen der DNA sind die genetischen „Baupläne“ abgelegt, die den Aufbau und Organisation von Molekülen, Proteinen und Zellen bestimmen.

Nun ist es einem Forscherteam gelungen, Daten auf eine effiziente Weise in einen solchen DNA-Strang zu schreiben und fehlerfrei wieder auszulesen. Die im Experiment erfolgreich codierte Menge von 739 Kilobytes klingt in einem Zeitalter von 3-Terabyte-Festplatten nach nicht sonderlich viel, dennoch ist es eine kleine Revolution, da die Datendichte der DNA um ein Vielfaches höher liegt als in vergleichbaren Medien: Ein Gramm DNA könnte theoretisch etwas mehr als den Inhalt von einer Million CDs vorhalten. Zudem gilt die DNA als extrem widerstandsfähig — nicht zuletzt bewährt sie sich schon als Datenträger seit dem Beginn des Lebens auf der Erde ;-). Da die DNA vier organische Basen zur Speicherung verwendet (Adenin, Thymin, Guanin, Cytosin – A, T, G, C), mussten die Daten zur Speicherung aus dem üblichen binären System in ein System mit vier Zeichen umcodiert werden.

Noch ist der Prozess zur Speicherung in DNA aufwändig und kostenintensiv, aber die Forscher prophezeien in ihrem Nature-Artikel einen möglichen alltagstauglichen Einsatz der DNA insbesondere für Langzeit-Archivierung von Dokumenten für das Jahr 2023. Vielleicht sollten wir also darüber nachdenken, in unserer Archivwissenschaft-Ausbildung allmählich auch Bio-Engineering-Wissen zu vermitteln. Und dieser Biologie-Leistungskurs in der Schule war vielleicht doch gar nicht mal so unnütz ;-)

Mehr Details: http://blogs.discovermagazine.com/80beats/?p=42546#.UQTflSe8B8F

Gesendet und sogleich vergessen

Die Neue Zürcher Zeitung hat am 29. Januar einen lesenswerten Beitrag von unserem Kollegen Edzard Schade zur Archivierungspraxis von audiovisuellen Materialien in der Schweiz veröffentlicht. Darin geht es unter anderem auch um eine Machbarkeitsstudie und ein Detailkonzept zur Langzeitarchivierung, die das Bundesamt für Kommunikation beim Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft in Chur in Auftrag gegeben hat.

Hier geht es zur Online-Version des Beitrags: Gesendet und sogleich vergessen.

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