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InfoWiss Chur

Blog des Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft

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Hat die Stadtbibliothek Olten eine Zukunft? Eine Studie der HTW Chur gibt Antworten

Oft stand die Stadtbibliothek in Olten in jüngster Vergangenheit in der öffentlichen Kritik: Sie sei insgesamt zu teuer, sagen die einen. Sie müsse ihre Öffnungszeiten ausdehnen, sagen die anderen. Gar als «Betriebsferien-Bibliothek» wurde sie medial gegeisselt, da sie sechs Wochen im Jahr die Tore schliesst. Doch ist die öffentlich geübte Kritik überhaupt gerechtfertigt? Eine Studie des Schweizerischen Instituts für Informationswissenschaft im Auftrag der Stadt Olten sollte Antworten liefern. Und fand diese auch.

Der Eingangsbereich der Stadtbibliothek Olten

Olten hat viele Namen: «Literatenstadt», «Eisenbahnstadt», «Bildungsstadt» oder «Kulturstadt», um nur die geläufigsten zu nennen. Olten ist eine kulturell aktive Stadt: Es gibt z. B. ein Buchfestival, Kabarett- und Tanz-Tage oder einen literarischen Stadtrundgang (Literatour), zahlreiche Museen und eine junge Kulturszene. Diese Vielfalt widerspiegelt sich auch in der Bibliothekslandschaft der Stadt: Neben der alteingesessenen Stadtbibliothek existiert eine Jugendbibliothek, eine Ludothek und ein Stadtarchiv.

Die Stadtbibliothek ist in jüngster Vergangenheit jedoch immer wieder ins Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik geraten. Insbesondere die langen Betriebsschliesszeiten von insgesamt 6 Wochen im Jahr wurden zuletzt Ende 2017 öffentlich debattiert. Doch schaut man etwas genauer hin, so stellt man fest, dass die Stadtbibliothek Olten mit einem Stellenetat von gerademal 300 Stellenprozenten (verteilt auf 4 Personen) im schweizweiten Vergleich mit Bibliotheken in Gemeinden ähnlicher Grösse und mit einem vergleichbaren Bestandsvolumen unterdotiert ist. Der Spardruck in der seit der Finanzkrise 2008 arg gebeutelten Stadt hat auch vor der Stadtbibliothek nicht Halt gemacht, wovon die Stellenkürzungen der letzten Jahre zeugen (und dies bei gleichbleibender Arbeitslast notabene). Die Stadtverwaltung wollte genauer wissen, was mit den vorhandenen Ressourcen möglich ist und wie es mit der Stadtbibliothek in Zukunft weitergehen könnte.

Eine Fragestellung, die Prof. Ivo Macek wie gerufen kam und sich wunderbar u.a. mit der Unterstützung von Studierenden lösen liess: So erstellten die Studierenden des Bachelor-Studiengangs Informationswissenschaft Teilzeit (Klasse IW 16 tz ZH) im Rahmen des Moduls «Empirische Sozial- und Benutzerforschung» eine grossangelegte Nutzerbefragung und werteten diese aus. Derweil Studierende des Weiterbildungsmasters MAS in Information Science (Klassenjahrgang 2017-2019) im Rahmen einer Projektwoche vor Ort unter der Leitung von Prof. Ivo Macek und Prof. Urs Kappeler zukunftsträchtige Ideen für die Stadtbibliothek Olten entwickelten. Was dabei im Wesentlichen herauskam, sei in der Folge kurz zusammengefasst. Um die Ergebnisse allerdings zu verstehen, bedarf es zunächst eines Exkurses in die Trends der globalen Bibliothekswelt:

Bibliotheken verändern sich

Öffentliche Bibliotheken sind derzeit weltweit einem grossen Wandel unterworfen. Dieser hat einerseits technische, andererseits gesellschaftliche Ursachen: Das Internet hat den Zugang zu Wissen vereinfacht, und digitale Angebote haben das Verhalten von Bibliotheksnutzern markant verändert. Die Zeiten, in denen Bibliotheken Orte waren, in welchen man primär Bücher auslieh, sind längst vorbei. Die ursprüngliche Kernaufgabe, die Medienausleihe, ist zwar immer noch zentral. Es sind jedoch zahlreiche Aufgaben dazugekommen: Leseförderung für unterschiedliche Altersgruppen, vertiefte Vermittlung von Medienkompetenz, Integrationsprojekte, Unterstützung des lebenslangen Lernens. Als wichtiger Begegnungs-, Austausch- und Lernort haben Bibliotheken eine tragende Rolle. Öffentliche Bibliotheken reagieren zurzeit weltweit mit neuen strategischen Ausrichtungen auf die Herausforderungen. Was bedeutet das nun für die Stadtbibliothek Olten?

Neues Profil nötig

Ihr fehlt es an einem klaren Aktionsplan, wie sie sich in diesem sich verändernden Umfeld positionieren will. Das bisherige (historisch bedingte) Profil als Studien- und Bildungsbibliothek scheint überholt. Mit der vor einigen Jahren im Fachhochschulcampus der FHNW eröffneten Bibliothek besteht eine moderne Einrichtung, die Studien- und Bildungszwecken dient und in Sachen vorhandener Infrastruktur der Stadtbibliothek den Rang abläuft. Es wird daher empfohlen, die Ausrichtung zu überdenken und einen Wandel hin zu einer reinen «allgemeinen öffentlichen Bibliothek» vorzunehmen. Konkret: Die Stadtbibliothek positioniert sich als sog. «3. Ort», das heisst als Ort, in dem man nebst dem Zuhause und der Arbeitsstelle seine Zeit verbringt. Sie schafft Platz und Raum, in denen Menschen freien Zugang haben, ohne Konsumationsdruck und dabei auf Medien zur Unterhaltung, sowie Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten treffen. Der «3. Ort» ist ein Treffpunkt, der Platz für Veranstaltungen und Aktivitäten unterschiedlichster Art bietet: seien dies Konzerte, Ausstellungen, Podiumsgespräche oder Theateraufführungen oder seien dies Veranstaltungen im privaten Rahmen oder Treffen von Gruppierungen unterschiedlichster Couleur. Der Nutzung des Raums sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Die dafür nötigen Raumangebote zu schaffen, ist eine Herausforderung, welche die Bibliothekslandschaft zurzeit stark beschäftigt.

Neuer Raum nötig

Die Stadtbibliothek Olten kann an ihrem jetzigen Standort an der Hauptgasse in der Altstadt die Anforderungen an einen «3. Ort» nur sehr schwer erfüllen. Die Räume sind eng, die Regale statisch und die Lichtverhältnisse ungenügend. Zudem verteilt sich die Bibliothek über mehrere Stockwerke, was für Veranstaltungen und Raum für Begegnung eher hinderlich ist.

Gleichzeitig existiert mit der «Jugendbibliothek» auf dem Platz Olten noch eine zweite bibliothekarische Einrichtung, die sich ausschliesslich auf das Zielpublikum «Kinder und Jugendliche» ausrichtet, während die Stadtbibliothek eine Kundschaft im Erwachsenenalter anspricht. Diese räumliche, inhaltliche und organisatorische Trennung (die Stadtbibliothek ist dem Präsidial-, die Jugendbibliothek dem Schuldepartement angegliedert) wird als unsinnig erachtet. In einer Zusammenlegung beider Einrichtungen indes wird grosses Potential gesehen, Synergien können genutzt und Kräfte gebündelt werden. Ressourcen können ebenfalls besser eingesetzt werden, wenn alle an einem Ort zusammenarbeiten, anstatt jeder an einem separaten Standort und für sich. Allerdings macht – wie angetönt – eine Zusammenlegung nur Sinn, wenn auch eine räumliche Zusammenführung unter einem gemeinsamen Dach erfolgt. Nach Prüfung verschiedener möglicher Standorte in der Stadt Olten kommt die Studie zum Schluss, dass eine Integration der Stadtbibliothek ins Stadthaus baulich gut realisierbar wäre und grosse Vorteile in Bezug auf die zu erwartenden Synergieeffekte mit sich brächte. Der Raumperimeter der jetzigen Jugendbibliothek liesse sich relativ problemlos auf den ganzen Parterre-Bereich des Stadthauses erweitern, im Idealfall noch unter Hinzunahme der bis anhin ungenutzten Dachterrasse. Ein Projekt, das sicherlich günstiger ausfallen würde als ein kompletter Neubau.

Ressourcen stärken

Die Stadtbibliothek verfügt heute über einen Stellenetat von 3 Vollzeitstellen verteilt auf 4 Mitarbeitende. Im Vergleich mit anderen Bibliotheken von Gemeinden ähnlicher Grösse sind die personellen Ressourcen in Olten unzureichend. Zum Vergleich: Die Stadtbibliothek Baden beschäftigt 24 Mitarbeitende in insgesamt 12,4 Vollzeitstellen, in der Stadtbibliothek Aarau teilen sich 19 Mitarbeitende 10,2 Vollzeitstellen. Selbst die kleineren Stadtbibliotheken wie Zofingen, Langenthal und Burgdorf haben mindestens eine Vollzeitstelle mehr als die Stadtbibliothek Olten und ein Mehrfaches an Mitarbeitenden. Die Studie kommt zum Schluss, dass mit Blick auf die unmittelbare Konkurrenz, das verfügbare Medienangebot und die Aufgaben, die die Bibliothek über das bibliothekarische Kerngeschäft hinweg wahrnimmt (z. B. Sammelauftrag für Oltner Schrifttum, sog. «Oltenensia») mind. 100 Stellenprozente mehr als bisher vonnöten wären.

Politisches Bekenntnis zu einer Bibliothek mit Zukunft nötig

Alle Vorschläge sind wirkungslos, wenn kein klares politisches Bekenntnis zur Bibliothek und zu mehr Ressourcen in personeller wie in räumlicher Hinsicht vorhanden ist. Die Bibliothek muss sich und ihren Anliegen zwingend mehr politisches Gehör verschaffen, sei dies über eine Bibliothekskommission oder durch eine Vertretung in der Behörde. Der bevorstehende Wechsel in der Bibliotheksleitung böte die Chance für einen breit abgestützten Strategieentwicklungsprozess, der die Zukunft des Bibliotheksplatzes Olten nachhaltig sicherstellt. Die Zielsetzungen für die Bibliothek sollen im Einklang mit den Zielen des Regierungsprogrammes des Stadtrates stehen und auf die künftige städtebauliche und demografische Entwicklung Oltens abgestimmt sein.

Wenn Olten sorgsam mit seiner Stadtbibliothek umgeht, trägt sie nicht nur zur Bewahrung eines identitätsstiftenden Ortes und des kulturellen Erbes bei, sondern leistet eine unverzichtbare qualitative Investition ins städtische Leben. Denn Olten will ja gemäss den Regierungszielen vor allem eines sein: Ein Ort von hoher Lebensqualität mit einem reichhaltigen und qualitativ hochstehenden kulturellen Angebot. Oder wie es wörtlich heisst: «Der Kultur- und Bildungsstandort für die Region» (bis 2021). Dazu gehört auch eine Bibliothek, die höchsten Ansprüchen genügt.

Gerne steht der Projektleiter Prof. Ivo Macek (ivo.macek@htwchur.ch) beratend zur Seite.
Weitere Angaben zum Projekt finden Sie zudem auf der Projektseite.

Wissen identifizieren, teilen und nutzbringend anwenden – Grundlage für Innovation im Unternehmen

Das Erkennen von Kommunikationsbeziehungen (wer fragt wen bei welchem Problem, wer steht mit wem in welcher Kommunikationsbeziehung?) sowie die Identifikation von Wissensträgern (Experten) aber auch Wissenslücken ist ein entscheidender Beitrag zur Weiterentwicklung des Unternehmens und damit die Grundlage von Innovationen und dem langfristigen Unternehmenserfolg.

Visualisierung der Kommunikation der weltweit verteilten Forschungsabteilungen zu einem bestimmten Thema.

 

Wissensmanagement ist mit drei grossen Herausforderungen verbunden. Zunächst muss das Wissen der Mitarbeitenden identifiziert werden, danach müssen die Mitarbeitenden dazu motiviert werden ihr Wissen freiwillig zu teilen und zu guter Letzt muss sichergestellt sein, dass dieses Wissen auch angewendet wird. Ein Grossteil des unternehmensweit vorhandenen Wissens wird im entscheidenden Moment immer wieder neu entwickelt, da die Mitarbeitenden gar nicht wissen, dass das Wissen bereits vorhanden ist. In letzter Konsequenz bringt aller Aufwand, der für das Wiederauffinden bereits externalisierten und codifizierten Wissens mit Hilfe des Dokumenten- und Informationsmanagement betrieben wird, nicht den gewünschten Effekt. Deshalb ist die zentrale Aufgabe des Wissensmanagements die Identifikation des organisationalen Wissens, oder anders gesagt, die Identifikation der Personen, die das notwendige Wissen bereits besitzen.

Ziel dieses Projekts war die Entwicklung eines visuellen Anreizsystems zum freiwilligen Wissensaustausch im kollaborativen Wissensmanagement. Die Idee basiert auf der Annahme, dass wenn die Mitarbeitenden eines Unternehmens sehen können wie aktiv andere Mitarbeitenden ihr Wissen teilen, sie dazu animiert werden, ihr eigenes Wissen ebenfalls mitzuteilen, um so ihre eigene Reputation steigern zu können.

Um dies zu realisieren wurde für das Social-Media-Enterprise-Tool „Confluence” ein Software Add-on entwickelt, das mittels automatisierter Textanalyse bestimmte Kennzahlen (Benchmarks) erfasst, auswertet und in Confluence visualisiert. Mit Hilfe eines für verschiedene Use Cases entwickelten Dashbords (Cockpits) ist es möglich, Projektleitenden und Projektmitarbeitenden effizient aufzuzeigen, welche Personen im Unternehmen welches Expertenwissen besitzen und wie dieses Wissen ge- und verteilt, oder auch nicht geteilt, wird.

Obgleich in diesem Projekt die Entwicklung einer Softwarekomponente im Vordergrund stand muss dessen Entwicklung und dessen Einsatz im Unternehmen durch eine Veränderung der unternehmensweiten Wissenskultur begleitet werden. Nur durch eine Verankerung einer offenen Wissenskultur im Unternehmen kann die Software ihr volles Potenzial entwickeln. Darum wurde in diesem Projekt auch ein Change-Management-Konzept entwickelt um Stellen und Funktionen zu identifizieren und zu entwickeln, die für den Kulturwandel notwendig und sinnvoll sind.

Das Projekt konnte nach zwei Jahren erfolgreich abgeschlossen werden. Das Change-Management-Konzept wurde speziell für Unternehmen entwickelt, die mit Hilfe des Kollaborationstools Confluence, Wissensmanagement in ihrem Unternehmen erfolgreich einführen und langfristig und zielorientiert einsetzen wollen. Die Softwarekomponente zum Erfassen von Kennzahlen und zur Visualisierung in den unterschiedlichen Dashboards steht als „Prototyp” unter der URL https://github.com/htwchur/Coltero zur Verfügung. Der Einsatz dieser Software in anderen Unternehmen bedarf jedoch spezifischer Anpassungen an die im Unternehmen individuell vorhandenen Gegebenheiten.

Gerne steht der Projektleiter Prof. Dr. habil Wolfgang Semar (wolfgang.semar@htwchur.ch) beratend zur Seite.

Weitere Angaben zum Projekt finden Sie zudem auf der Projektseite unter https://www.htwchur.ch/htw-chur/angewandte-zukunftstechnologien/schweizerisches-institut-fuer-informationswissenschaft-sii/projekte/coltero/.

Eat, study, collaborate – Warum ist Szeged die ideale Destination dafür?

Autor_innen: Mirjana Jaksic, Julia Blättler, Tobias Russi, Studierende Masterstudienrichtung Information and Data Management

In der Masterstudienrichtung Information and Data Management der HTW Chur finden jeweils sogenannte Praxisprojekte statt. Darin zeigen die Studierenden ihre Fähigkeit, im Team, innerhalb einer bestimmten Zeit, wissenschaftlich und ergebnisorientiert eine Lösung für ein anspruchsvolles Praxisproblem zu entwickeln. Nachfolgend berichtet ein Projektteam vom Projekt und der anschliessenden Studienreise.

Internationale Kooperation, Innovation, moderne Arbeitsformen oder kulinarischer Genuss – das sind Begriffe, die man nicht unbedingt mit Ungarn in Verbindung bringt. Falls doch, steht eher Budapest ganz weit oben. Die drittgrösste Stadt Ungarns, Szeged, fällt kaum jemanden ein. Zugegeben, auch uns nicht.

Im Herbstsemester 2017 haben wir im Rahmen eines Praxisprojekts die Vorarbeit für ein grösseres Projekt geleistet. Es soll eine neue Software für das Schweizer ÜGK-Projektkonsortium (ÜGK = Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen) entwickelt werden. Unsere Aufgabe war es, die User-Bedürfnisse zu erheben und daraus die Anforderungen an die Software abzuleiten und Designvorschläge zu erarbeiten. Die technische Umsetzung des Projektes erfolgt durch ein kleines IT-Unternehmen aus Szeged. Wir wurden von der HTW Chur eingeladen, unsere Ergebnisse den Entwicklern vorzustellen und Inputs zur weiteren Umsetzung beizutragen.

Ungarische Gastfreundschaft & Genuss

An der ungarischen Gastfreundschaft sind wir dabei nicht vorbeigekommen. Am ersten Abend hat uns die Leiterin des IT-Unternehmens zu einem traditionellen Abendessen eingeladen – einer sehr leckeren Fischsuppe. Ein Willkommensschnaps davor ist natürlich ein Muss. Man will ja nicht unhöflich sein. :-)

Willkommensschnaps in Delirium Pub

Fischsuppe – Spezialität aus Szeged

 

 

 

 

 

 

 

Fischspezialitäten mögen nicht jedermanns Sache sein. Szegeds Küche bietet jedoch eine breite und vielseitige Auswahl an Fleisch- und vegetarischen Gerichten, sodass jeder auf seinen Geschmack kommt. In Szeged schlecht zu essen ist schlicht unmöglich. Zu einem guten Essen gehört natürlich auch guter Wein. Auch da wird man schnell fündig. Besondere Freude dürften die Bierliebhaber erleben: In jedem Lokal, sei es ein studentischer Treff, ein Nobelrestaurant oder eine Abrisskneipe (die in Ungarn übrigens sehr beliebt sind) wird eine grosse Auswahl an Bieren, meist aus lokalen kleineren Brauereien, angeboten.

Szeged ist vor allem eine Universitätsstadt. Die Universität ist gross, fast die ganze Stadt ein Campus.

Hauptgebäude der Universität Szeged

Universitätsplatz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Wege von einem Standort zum nächsten sind kurz und führen meist durch die Altstadt mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten.

Beim Spaziergang über den Dóm tér (Domplatz) fühlt man sich leicht in eine andere Zeit versetzt. Für sportbegeisterte eignet sich der örtliche Damm wunderbar für eine Joggingrunde bei Sonnenaufgang.

Fussgängerzone Altstadt

Dóm tér im Stadtzentrum

Stadtpark Szeged

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der wichtigste Teil unserer Reise war das Meeting mit den Softwareentwicklern, bei welchem wir in den Arbeitsalltag reinschnuppern und ihre Arbeitsweise kennenlernen durften. Wir haben ein Team von freundlichen und motivierten Menschen angetroffen, für die Effizienz und Lösungsorientierung an erster Stelle stehen. Die Kommunikation war unkompliziert, klar und direkt. Selbst als Studierende wurden wir als Partner auf Augenhöhe angesprochen, der Fokus lag auf der gemeinsamen Aufgabe. Der Arbeitstag war sehr produktiv, wenn auch sehr kurz. In der Mittagspause konnten wir unsere Gastgeberin besser kennenlernen und mehr über die Arbeits- und Lebensweise in Ungarn erfahren.

Lessons learned

An der ÜGK sind verschiedene Institutionen in unterschiedlichen Aufgabenbereichen beteiligt, was einen höheren (methodischen und zeitlichen) Koordinationsaufwand in unserem Projekt darstellte. Gleichzeitig war es sehr spannend und lehrreich, die verschiedenen Verantwortungsbereiche kennenzulernen und die gegenseitigen Wechselwirkungen zu identifizieren.

Abschliessen möchten wir unseren Bericht mit einem Tipp für eine bessere Work-Life-Balance: Man muss essen! ;-)

Einige Besonderheiten der Öffentliche Bibliotheken in der Schweiz. Ergebnisse einer Umfrage

Karsten Schuldt

Einleitung: Die Umfrage unter Öffentlichen Bibliotheken und ihr Kontext

Das Team für Bibliothekswissenschaft am SII ist an einem grösseren Projekt beteiligt, bei dem – geleitet von Kolleginnen und Kollegen aus Norwegen – gefragt wird, wie Öffentliche Bibliotheken in verschiedenen Länder (Schweden, Dänemark, Norwegen, Deutschland, Ungarn, USA, Schweiz) im Zusammenhang stehen können mit Demokratie, Partizipation und ähnlichen Themen. Als erstes Ergebnis des Projektes kann schon einmal festgehalten werden, dass Öffentliche Bibliotheken in den beteiligten skandinavischen Staaten (Norwegen, Schweden, Dänemark) einfach anders „funktionieren“ und auch anders von der Bibliothekswissenschaft und der jeweiligen Gesellschaft gesehen werden, als in den anderen beteiligten Staaten (unter anderem der Schweiz). Während die drei skandinavischen Ländern starke Parallelen aufweisen, zeigt sich in den anderen Ländern, dass sie jeweils sehr eigene Verständnisse davon haben, was die Aufgabe von Öffentlichen Bibliotheken ist, wie sie aussehen sollen, wie sie funktionieren und so weiter. Oder anders: Die Öffentlichen Bibliotheken in der Schweiz sind einfach anders als die in anderen Ländern. Sie sind sehr eigen (wie ja auch die Schweiz sehr eigen ist).1

Im Rahmen dieses Projektes führten wir vom 16.04 bis 30.04. eine Umfrage unter dem Personal in Öffentlichen Bibliotheken in der Schweiz durch. Die Umfrage wurde etwa zeitgleich auch in den anderen beteiligten Ländern durchgeführt, jeweils in einer auf das jeweilige Land angepassten Variante. Ein Ziel des Projektes ist selbstverständlich, die Antworten der verschiedenen Umfragen zu vergleichen und zu schauen, wo sich Bibliothekswesen unterscheiden und wo nicht. Ebenso werden diese Ergebnisse im Projekt mit anderen Daten verglichen (z.B. mit den Ergebnissen einer Telefonumfrage, die in diesem Blog auch schon kurz dargestellt wurden, siehe hier). Diesen Beitrag möchte ich aber darauf beschränken, die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage in der Schweiz darzustellen.

Bei den Fragen, die in der Umfrage gestellt wurden, ist zu beachten, dass das ganze Projekt und die ganze Umfrage – trotz Inputs der Forschenden aus anderen Ländern – sehr skandinavisch geprägt ist. (Was dies heissen und auslösen kann, haben der Kollege Rudolf Mumenthaler und ich in der letzten LIBREAS. Library Ideas dargestellt: Partizipation in Bibliotheken.) Das erklärt, warum bestimmte Fragen vielleicht etwas unerwartet sind: Sie stammen aus einem etwas anderen Denken darüber, was die Aufgaben von Bibliotheken sein könnten und wie Bibliotheken funktionieren.

Teilnahme

Technisch umgesetzt wurde die Umfrage in Limesurvey (die Standardsoftware für solche Umfragen bei Projekten der HTW Chur, die hier verwendeten Graphiken sind auch von dieser Software erstellt). Eine Einladung für die Umfrage wurde über die Mailingliste swisslib (die als die bibliothekarische Mailingliste in der Schweiz gelten kann) verschickt. Es wurde explizit darauf hingewiesen, dass nur Personal aus Öffentlichen Bibliotheken (in einer sehr weiten Definition) gesucht wurden.

Trotz der kurzen Laufzeit wurden insgesamt 86 vollständige Antworten (und weitere 49 unvollstädnig) abgegeben, die hier für die Auswertung herangezogen werden. Das ist eine erstaunlich hohe Anzahl. Offenbar gibt es unter Öffentlichen Bibliotheken in der Schweiz ein grosses Interesse, an solch einer Umfrage teilzunehmen.2

Aus diesen Antworten kann man selbstverständlich nicht schliessen, dass sie direkt darstellen, was in allen Öffentlichen Bibliotheken in der Schweiz gedacht und getan wird (zumal es keine französische, italienische oder rätoromanische Übersetzung gab, weil am Ende einfach alles schnell gehen musste3). Sie geben aber Hinweise auf Tendenzen. Zu bedenken ist, dass vor allem die an der Umfragen teilgenommen haben werden, die etwas mitteilen wollten oder an den Fragen selber interessiert waren – und zudem Deutsch zumindest soweit beherrschten, dass sie sich eine solche Umfrage zutrauten. (Noch relevanter werden diese Ergebnisse dann im Vergleich mit den Umfragen in anderen Ländern, wo ja auch die geantwortet haben werden, die von sich aus teilnehmen wollten – also strukturell die gleichen Personengruppen wie in der schweizerischen Umfrage.) Trotzdem ermöglichen die Ergebnisse einige Einblicke in Bibliotheken, die sonst eher vermutet werden – und zudem die Überprüfung von einigen Vermutungen über Bibliotheken in der Schweiz.

Weiterlesen

Wissensmanagement mittels Business Intelligence, Semantic Technologies und Big Data Methoden

Forschende des Schweizerischen Instituts für Informationswissenschaft haben an der internationalen Konferenz ASIS&T teilgenommen, an der Fabian Odoni zusammen mit Studierenden den App-Wettbewerb gewonnen hat. Anschliessend ging es weiter nach Syracuse zum Projektpartner INFICON, wo Mitarbeitenden das KTI Projekt Coltero vorgestellt wurde.

Präsentation an der ASI&T Konferenz in Washington DC

ASIS&T: Fabian Odoni hat zusammen mit Studierenden den App-Wettbewerb gewonnen

Präsentation des KTI-Prpjekts Coltero bei Inficon in Syracuse

 

Beim Projekt „Coltero – Collaboration and Enterprise Knowledge Visualisation“ geht es einerseits darum, Wissen in Unternehmen zu identifizieren, zu visualisieren und gezielt zu nutzen sowie die Mitarbeitenden dazu zu motivieren, ihr Wissen mit anderen zu teilen. Dabei werden Methoden der Business Intelligence ebenso wie semantische Verfahren und Big-Data-Methoden angewandt.

Mehr zum Projekt Coltero erfahren unter:
http://www.htwchur.ch/…/wer-weiss-was-in-meinem-unternehmen…

Was Menschen an Bibliothek wichtig finden (kurzer Blick auf Daten einer Umfrage)

Das Schweizerische Institut für Informationswissenschaft ist an der Studie ALM-Field, Digitalization, and the Public Sphere (ALMPUB) (https://almpub.wordpress.com), die von Kolleginnen und Kollegen der Oslo and Akershus University College of Applied Sciences geleitet wird, beteiligt. Teil der Studie war/ist eine Telefonumfrage in den beteiligten Staaten (Norwegen, Dänemark, Schweden, Schweiz, Deutschland, Ungarn) bei jeweils rund 1000 Personen pro Land. In der Umfrage wurde unter anderem die Sicht auf Bibliotheken, Archive, Museen (das ALM-Feld) und die jeweilige Gesellschaft im Allgemeinen sowie die Nutzung der ALM abgefragt. Die Auswertung wird sich hinziehen. Hier, in diesem Beitrage, aber schon mal ein kurzer Blick auf eine der gestellten Fragen: Welche Aufgaben von Bibliotheken werden als wichtig angesehen?

In der Tabelle sind die Werte für die Schweiz und – als Vergleich – Deutschland abgetragen. Zu Antworten war immer pro Item 1=sehr geringe Bedeutung bis 11= sehr grosse Bedeutung (bei der Umfrage dargestellt als 0 bis 10, aber in den Daten als 1 bis 11, d.h. der höchstmögliche Wert, welcher zu erreichen wäre, wäre 11). In der Tabelle angegeben sind jeweils das Item, absteigend geordnet nach dem Mittelwert der Antworten (bei 1002 Antworten für die Schweiz, 1017 für Deutschland). Angegeben ist zuerst der Median (die Antwort genau in der Mitte, bei der 50% höher und 50% niedriger geantwortet haben), da dieser weniger von Ausreissern beeinflusst, also auch genauer ist.

Zu sehen ist in den Daten – auch wenn sie vorsichtig interpretiert werden müssen – einiges, was den zeitgenössischen bibliothekarischen Diskussionen etwas zuwider läuft.

  1. Interessant ist erstmal, dass die Werte an sich recht hoch sind. Menschen finden offenbar im Allgemeinen und Grundsätzlich alles wichtig, was (Öffentliche) Bibliotheken als Aufgaben übernehmen. (Nicht hier dargestellt, aber in den Daten zu sehen: sowohl in Deutschland als auch der Schweiz gibt es eine Anzahl von Menschen, die Parteien, PolitikerInnen und anderen Menschen nicht viel vertrauen, aber grundsätzlich ist das Vertrauen hoch, in gesellschaftliche Infrastruktureinrichtungen wie Schulen, Bibliotheken, Archive und Museen sogar sehr. Der aktuelle Populismus spiegelt sich in den Daten, aber sehr einseitig, so als würden eine ganze Anzahl Menschen einen Unterschied machen zwischen den gesellschaftlichen Institutionen im Allgemeinen, die funktionieren, und ausgewählten Bereichen, denen sie einfach nicht vertrauen wollen. Bibliotheken wird vertraut.)
  2. Interessant ist auch, dass die Reihenfolge, was als wichtig und weniger wichtig betrachtet wird, in der Schweiz und Deutschland sehr ähnlich ist. In Deutschland sind die Wertung allgemein etwas höher, aber die erst vier „Plätze“ sind trotzdem die gleichen. Auch bei den anderen Positionen gibt nur kleine Unterschiede. Schweiz und Deutschland sind zwei unterschiedliche Länder, aber in Bezug auf die Wahrnehmung der Bibliotheken nur wenig voneinander unterschieden.
  3. Wirklich interessant ist, dass Funktionen, die in der bibliothekarischen Diskussion kaum besprochen werden, von der Bevölkerung als wichtig angesehen werden und Funktionen, die Bibliotheken betonen, weil sie modern sein wollen (und das heisst heute eigentlich immer, den Wünschen der Nutzerinnen und Nutzer entsprechen) werden als nicht so wichtig angesehen. Das ist offensichtlich bei dem Item „[Die Bibliothek befördert das literarische und kulturelle Erbe.]“, dass am höchsten bewertet wurde, aber in der bibliothekarischen Diskussion eigentlich nur noch in den Einführungswerken kurz ansprochen wird. (Und vor allem stimmt das so für Öffentliche Bibliotheken, die ja nicht Bewahren, sondern den Bestand aktiv entwickeln, auch bekanntlich nicht. Aber das ist für die Befragten offenbar irrelevant.) Auch die Aufgaben, Zugang für alle zu Wissen und literarischer Erfahrung (nicht Information, dass wird weniger wichtig bewertet) zu ermöglichen oder Freizeit mit Literatur zu gestalten wird von der Bevölkerung offenbar als weit weniger wichtig angesehen, als in der bibliothekarischen Literatur. Dafür werden Aufgaben, wie die Kreativität zu fördern („[Die Bibliothek befördert Kreativität und Innovation, indem sie ihre Nutzer dazu anregt, Kreativräume, sog. Makerspaces, für individuelles oder gemeinschaftliches Arbeiten zu schaffen.]“) oder Begegnungsstätte zu sein („[Die Bibliothek erfüllt als Begegnungsstätte in einer Gemeinde / Stadtteil eine wichtige soziale Funktion.]“), deren Diskussion die Seiten bibliothekarischer Zeitschriften füllen, als nicht so wichtig angesehen.
  4. Es scheint hier einen Missverhältnis zu geben, aber nicht so, wie die Bibliotheken sich untereinander öfter gegenseitig beklagen: Nicht die Bibliothek ist unmodern und hält an überkommenden Aufgaben (so die polemischen Ausdrücke) fest und „verliehrt“ deshalb Nutzerinnen und Nutzer, sondern die „neuen Aufgaben“, die sich die Bibliothek zuschreibt sind gar nicht die, die Menschen besonders an Bibliotheken schätzen.
  5. Innerhalb des Projektes betonen die Kolleginnen und Kollegen aus den skandinavischen Staaten die Aufgabe der Bibliotheken, Orte der Demokratie zu sein (was in Norwegen sogar so im Bibliotheksgesetz steht, wortwörtlich). Für die Schweiz und Deutschland hatten wir schon anfangs die Vermutung, dass das so nicht gilt. Die Umfrage scheint das zu bestätigen: Das wird als nicht so vorrangige Aufgabe angesehen.
  6. Einzige Ausnahme (neben der Aufgabe, Ort der Demokratie zu sein), wo bibliothekarischen Diskussion und Einschätzung der Bevölkerung übereinzustimmen scheinen, ist die Unterstützung von Formellem und Informellem Lernen. Aber wohl eher (siehe die Antwort zur „Kreativität“) doch klassisch: Buch und Artikel auf dem Tisch, lesend und schreibend.

Wie gesagt: Das ist nur ein kurzer Blick auf Daten, die auch nicht perfekt erhoben wurden. Eine tiefergehende Auswertung muss noch vorgenommen werden. Aber es sind schon mal Hinweise.

Spielerische Boxen erhöhen Bibliothekserlebnis

Die Autoren haben im nur gedruckt erscheinenden SAB-Info einen Text veröffentlicht, der hiermit mit freundlicher Genehmigung der Redaktion im vollen Wortlaut veröffentlicht wird. Schuldt, Karsten; Mumenthaler, Rudolf: Spielerische Boxen erhöhen Bibliothekserlebnis. In: SAB Info 38 (2017), Heft 2, S.22-23.

Makerspaces sind ein Sammelbegriff für Angebote von bestimmten Technologien, mit denen in kleinen Projekten gemeinsam etwas produziert werden kann – auch in Bibliotheken. An der HTW Chur wurden zwei mobile Boxen entwickelt und in der Praxis getestet. Das Projekt zeigt, dass auch in kleinen und Kleinstbibliotheken ein Interesse an diesem spielerischen Angebot besteht.

Die Zahl dieser Technologien hat sich in den letzten Jahren massiv erhöht. Grundsätzlich sollen Makerspaces es ermöglichen, mit diesen Technologien umzugehen, diese zu nutzen, um unter anderem in der Zusammenarbeit mit anderen in einer offenen, fehlertoleranten Atmosphäre zu lernen. Makerspaces sind in den letzten Jahren auch als private Vereine, als Teil von Schulen und anderen Einrichtungen entstanden. Das genaue Ziel der Makerspaces ist schwierig zu eruieren, aber es ist offensichtlich, dass sie eine gewisse Begeisterung auslösen. Während die Forschung zu den tatsächlichen Effekten noch relativ am Anfang steht und eher durchwachsene Ergebnisse zeigt, untersuchte die HTW Chur in einem Projekt, ob sich an dieses Interesse auch in kleineren und kleinsten Bibliotheken anschliessen lässt.

Technologie muss einfach funktionieren

Im Rahmen eines Seminars im Jahr 2015, in dem Studierende verschiedene Maker-Technologien erprobten, zeigte sich, dass diese zwar mit ähnlichen Versprechen (einfacher, direkter Hands-on-Einstieg, pädagogischer Hintergrund, das heisst fast immer die Möglichkeit, über die einfachen Anwendungen hinaus tiefer in die Technologie einzusteigen, zum Beispiel indem sie programmiert wird, Stabilität) vertrieben werden, aber nur einige diese Versprechen erfüllen. Insbesondere ist der angeblich einfache Einstieg nicht bei allen Technologien vorhanden. Gewisse Technologien, die gern im Zusammenhang mit Makerspaces genannt werden (zum Beispiel Raspberry Pi), haben höhere Einstiegshürden. Das Seminar stand im Zusammenhang mit dem Library Lab der HTW Chur. Im hier beschriebenen Projekt wurde versucht, auf der Basis des Seminars und der wachsenden Literatur zum Thema, Makerspaces mobil und für kleine Bibliotheken nutzbar zu machen. Dies ist naheliegend: Einerseits wird dies in anderen Staaten schon getan, andererseits gibt es zum Beispiel mit den Spielmobilen auch in der Schweiz Vorbilder. Diese zeichnen sich alle dadurch aus, dass sie von Personal betrieben werden. Ziel des Projekts war es, Makerspaces ohne dieses zusätzliche Personal zu gestalten. Es wurde angestrebt, Boxen mit gut funktionierender Technologie auszustatten, die direkt und ohne grössere Anleitung in einer Bibliothek für die Durchführung einer Maker-Veranstaltung genutzt werden können. Dazu wurden, wieder auf der Basis der schon vorliegenden Erfahrungen, Kriterien erarbeitet: Die Technologien mussten schon eingeführt sein, damit bei Problemen durch einfaches Suchen Hinweise gefunden werden können, wie diese zu lösen sind und damit schon gute Erfahrungen aus anderen Bibliotheken vorliegen. Sie mussten sofort einzusetzen sein, aber gleichzeitig immer auch ein tieferes Eintauchen in die Technologie ermöglichen. Sie mussten stabil und leistungsfähig sowie preislich tragbar sein. Es wurden drei Boxen entworfen und ‒ aufgrund begrenzter Mittel ‒ zwei umgesetzt. Keine der Boxen kostete mehr als 5000 Franken.

Die Boxen wurden verschiedenen Bibliotheken zur Verfügung gestellt, unter anderem in Wettswil ZH. (Foto: Rudolf Mumenthaler)

Die Boxen wurden verschiedenen Bibliotheken zur Verfügung gestellt, unter anderem in Wettswil ZH. (Foto: Rudolf Mumenthaler)

Roboter und 3D-Drucker

Durch den Kriterienraster fiel eine ganze Anzahl von Technologien, die in der Literatur als Teil von Makerspaces genannt wird. In institutionalisierten Makerspaces kann das Personal zusätzlich notwendiges Wissen erwerben. Bei mobilen Boxen für kleinere Bibliotheken ‒ mit beschränktem Platz, engagiertem, aber zeitlich eng eingebundenen Personal ‒ ist das nicht vorauszusetzen. Die erste Box enthielt einen Sphero 2.0 (eine Roboterkugel, die sich steuern und programmieren lässt), Ozobots (kleine Roboter, die auf unterschiedlich farbige Striche auf Papier reagieren und zum Tanzen programmiert werden können), Cubelets und MOSS (zwei Robotiksätze, bei denen aus verschiedenen Bausteinen, die magnetisch verbunden werden, Roboter gebaut und ebenso programmiert werden können), MakeyMakey (ein Bausatz, mit dem sich alle leitfähigen Gegenstände in Computertasten verwandeln lassen) und LittleBits (ebenfalls durch Magnete zusammengehaltene Elektrobausteine). Die zweite Box enthielt einen mobilen 3D-Drucker, einen Cutter, der gleichzeitig scannen kann, zwei Sets an Lego Mindstorms (programmier- und steuerbare Roboter) und wieder LittleBits. Für die meisten dieser Produkte gibt es auch Alternativen. Sie wurden nach Preis und Erfahrungen in anderen Bibliotheken ausgesucht. Für jede Technologie wurde eine kurze Anleitung erstellt, die immer darauf verwies, dass es wichtig ist, die Technologie selber in die Hand zu nehmen und auszuprobieren.

 

Veranstaltungen in Bibliotheken

Teil des Projektes war es, diese Boxen realen Bibliotheken in der Schweiz zur Verfügung zu stellen und zu eruieren, was diese damit tun. Dafür konnten sehr schnell vier Bibliotheken (Wettingen AG), Wettswil ZH, Uitikon ZH und Möhlin AG) gewonnen werden. In allen führten die Kolleginnen erfolgreiche Veranstaltungen durch ‒ zum Teil in den Bibliotheskräumen, zum Teil im Rahmen von lokalen Veranstaltungen ‒, bei denen sie den Nutzerinnen und Nutzern die Technologien zur Verfügung stellten. In kurzer Zeit (jeweils rund eine Woche) hatten sie sich die Technologie soweit angeeignet, dass sie diese bedienen, erklären und auf Probleme reagieren konnten. In drei Bibliotheken wurde jede Technologie von je einer Person (zum Teil von Familienmitgliedern) betreut, in einer Bibliothek war die Betreuung weniger direkt. Grundsätzlich war das Interesse bei den meisten Nutzerinnen und Nutzern gross. Zum Teil kamen Personen extra, um die Technologien zu sehen oder auszuprobieren. Es fanden sich auch immer wieder Personen, die ausdauernd mit ihnen arbeiteten. Grundsätzlich herrschte eine spielerische und fröhliche Atmosphäre. Tendenziell wurden männliche Besucher besonders angesprochen, die sonst nicht zu intensiven Nutzern dieser Bibliothek gehören. Im Anschluss waren die Bibliotheken zufrieden und sahen ihr Selbstverständnis als innovative Einrichtung in der Öffentlichkeit bestätigt. Es gab kleinere Anmerkungen zur Verbesserung, aber immer ein grundsätzliches Interesse, in Zukunft ähnliche Veranstaltungen durchzuführen.

Mit den Materialien aus den Boxen lassen sich zum Beispiel Roboter bauen. (Foto: Rudolf Mumenthaler)

Mit den Materialien aus den Boxen lassen sich zum Beispiel Roboter bauen. (Foto: Rudolf Mumenthaler)

Wer übernimmt es?

Das Projekt hat gezeigt, dass es a) grundsätzlich möglich ist, mobile Makerspaces zu erstellen und dass diese in den Bibliotheken auch gezielt genutzt werden können, dass es b) Technologien gibt, welche die härteren Kriterien, die im Projekt angelegt wurden, erfüllen und dass c) sich die Kosten für solche Veranstaltungen in Grenzen halten. Es wurde eine Handreichung erstellt, die es bibliothekarischen Institutionen oder Vereinen ermöglicht, solche Boxen selber zu erstellen und zu vertreiben. Denkbar wäre es, dass kantonale Fachstellen diese Aufgabe übernehmen. Auch wäre es möglich, dass Bibliotheken sich zusammentun, um den Aufwand und die Kosten zu tragen. Das Projekt hat zwar grundsätzlich gezeigt, dass Bibliotheken im lokalen Rahmen mit solchen Boxen Veranstaltungen organisieren und durchführen können, die Nutzerinnen und Nutzer interessieren. Es bleiben aber viele Fragen offen. Beispielsweise ist nicht klar, ob Veranstaltungen mit mehreren Terminen ebenfalls erfolgreich durchgeführt werden können. Grundsätzlich ist nicht klar, wie sehr die Versprechen, die im Zusammenhang mit Makerspaces gemacht werden, langfristig erfüllt werden. Der Makerspace an sich ist kein neues Thema mehr, auch nicht in der Bibliothek. Es gilt, sich sowohl in der Praxis als auch der Forschung nicht mehr zu fragen, ob sie funktionieren, sondern sie konkret umzusetzen und ihre Wirkung zu untersuchen.

 

Karsten Schuldt und Rudolf Mumenthaler, HTW Chur

 

 

Bericht AISOOP zur Analyse von Online-Plattformen

Die HTW Chur hat von swissuniversities im Rahmen des Programms „Wissenschaftliche Information: Zugang, Verarbeitung und Speicherung“ das Mandat erhalten, die Online-Plattformen für digitale Inhalte von Schweizer Bibliotheken zu analysieren und Empfehlungen zu deren Weiterentwicklung abzugeben. Das Projekt unter dem Titel „AISOOP: Analyse der Informationsarchitektur, Schnittstellen und Organisation der Online-Plattformen“ untersuchte den IST-Zustand der bestehenden Plattformen und formulierte anschliessend Empfehlungen für deren Weiterentwicklung.

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Makerspaces für kleinere und kleinste Bibliotheken. Bericht und Materialien zum Projekt LL.gomo

1. Projektbeschrieb

Makerspaces ‒ also Räume und Angebote, die zumeist auf der Basis aktueller, pädagogisch ausgerichteter und kleiner Technologien, die darauf ausgerichtet sind, Dinge eigenständig zu “machen” (d.h. herzustellen) und Communities zu bilden ‒ sind in den letzten fünf Jahren zu einem etablierten Thema im Bibliothekswesen geworden. Stand in den ersten Diskussion noch zur Debatte, ob Bibliotheken der richtige Ort für solche Einrichtungen seien (auch, da es ähnliche Angebote, z.B. als Vereine oder in Schulen gibt), ist dies heute im Bibliotheksbereich einigermassen unbestritten. Auch, wenn die Entwicklung in anderen Sprachräumen anders verlief, gelten Makerspaces in der Schweiz (und Deutschland und Frankreich) als eine mögliche Ergänzung der bibliothekarischen Angebote. Nicht jede Bibliothek wird sie einrichten, auch sind die Erfahrungen durchwachsen (viele Makerspaces funktionieren eher “stossweise” bei Veranstaltungen, die von den Bibliotheken organisiert werden, nicht als Community-bildend), aber auch nicht negativ.
An der HTW gab es schon einige Abschlussarbeiten, ein Seminar und andere Beiträge zu Makerspaces in Bibliotheken. Das Thema ist interessant, da z.B. klar ist, dass sich viele Versprechen die von den Herstellern der Techniken gemacht werden, nicht erfüllen; dass sich immer wieder die Frage stellt, wer wirklich mit solchen Makerspaces erreicht wird (z.B.: Kommen in die Bibliotheken andere Menschen als in Hackerspaces oder FabLabs?); dass nicht klar ist, welche Ziele die Bibliotheken genau mit den Makerspaces verfolgen, auch wenn sie diesen aufgeschlossen gegenüberstehen. Das Projekt LLgomo (Library Lab goes mobile) schloss an die schon gemachten Forschungen an, konzentrierte sich aber auf eine andere Frage.
LLgomo  versuchte, die Möglichkeiten von Makerspaces für Bibliotheken in kleineren Gemeinden zu eruieren. Obwohl die Technik, die in Makerspaces verwendet wird, nicht übermässig teuer ist, scheuen diese Bibliotheken oft die Kosten, teilweise auch den Aufwand (der bei meist sehr geringen Stellenprozenten neben der restlichen Arbeit zu leisten wäre) für die feste Etablierung solcher Einrichtungen. Im Anschluss an Vorbilder aus anderen Staaten (Niederlande, Kanada, USA; Moorefield-Lang 2015, Gierdowski & Reis 2015, Craddock 2015, de Boer 2015, Willingham & de Boer 2015) untersuchte das Projekt, ob und wie es möglich wäre, Makerspaces so mobil zu machen, dass sie in kleineren Bibliotheken genutzt werden können.
Dafür wurde die Zusammenarbeit mit kantonalen Fachstellen für Bibliotheken angestrebt. Grundsätzlich zeigt das Projekt anhand von Prototypen, wie Makerspaces, unter den spezifischen Voraussetzungen des ländlichen Raumes in der Schweiz, mobil gemacht werden können. Eine Nachnutzung durch kantonale Fachstellen oder grössere Bibliothekssysteme mit Filialen ist möglich.

3D-Drucker in der Bibliothek Möhlin (Bild: Karsten Schuldt)

3D-Drucker in der Bibliothek Möhlin (Bild: Karsten Schuldt)

2. Projektverlauf

Grundsätzlich folgte das Projekt dem Projektplan und erreichte sein Projektziel. Es wurden drei Boxen als Prototypen erstellt und, in Zusammenarbeit mit zwei kantonalen Fachstellen, zwei davon in jeweils zwei kleineren Bibliotheken in der Schweiz erfolgreich getestet. (Wettingen (AG), Wettswil (ZH), Uitikon (ZH), Möhlin (AG)) Zeitverschiebungen ergaben sich aus Problemen bei Terminabsprachen, konnten aber gut aufgefangen werden.
Im ersten Schritt wurde die ‒ erstaunlich viele ‒ Literatur zu Makerspaces in Bibliotheken gesichtet. Dabei zeigte sich, dass

  1. der Grossteil dieser Literatur sich mit den konkreten Umsetzungen in Bibliotheken, bis hinunter auf die Ebene einzelner Technologien, beschäftigt
  2. ein kleiner Teil sich auch mit Zielen und Möglichkeiten der Makerspaces in Bibliotheken beschäftigt, wobei diese insgesamt sehr nebulös bleiben, z.B. von “innovativen Lernmethoden” sprechen, aber nicht konkretisieren, was diese von anderen anwendungsbezogenen Lernmethoden unterscheidet
  3. ein grosser Teil der Literatur, die konkrete Aussagen über die Ziele der Makerspaces macht, sich auf Schulbibliotheken in den USA und Kanada bezieht, damit aber auch auf Gegebenheiten (Einbindung in die jeweilige Schule, grundsätzliche Orientierung auf eine Bildungsmission, feste Orte für Makerspaces) bezog, die in den kleineren Bibliotheken der Schweiz so nicht vorliegen
  4. die Erfahrungen aus den Bibliotheken grundsätzlich positiv sind, wenn auch immer wieder Abstriche bei der konkreten Umsetzung (z.B. Technik, die entgegen der Erwartungen die Nutzerinnen und Nutzer doch nicht anspricht, Probleme bei der Motivation für langfristige Projekte, das Nicht-Entstehen von Communities) gemacht wurden. Die Nutzenden scheinen Makerspaces grundsätzlich gut zu finden und zumindest zu Beginn auch auszuprobieren; die Kolleginnen und Kollegen in den betreffenden Bibliotheken sind durch Makerspaces in ihrer weiteren Arbeit motiviert
  5. es genügend Beispiele für Bibliotheken in kleineren Gemeinden gibt, die auch erfolgreich Makerspaces durchgeführt haben
  6. die bibliothekarische Literatur zwar ungefähre Verweise auf Literatur zu Makerspaces ausserhalb der Bibliotheken macht, aber deren Aussagen und Vorhersagen nicht wirklich wahrnimmt. So wird kaum über Erfahrungen aus anderen Makerspaces oder den grossen Versprechen (Anderson 2012, Libow Martinez & Stager 2013; Schwerpunkt der New Media & Society 18 (2016) 4), die sich zum Teil mit diesen verbinden, nachgedacht; die wenige Literatur, die darüber hinausgeht (Bilandzic & Foth 2013, Bilandzic & Johnson 2013), wird kaum beachtet.

Auf dieser Basis war es schwer zu klären, was ‒ über den Effekt des “Neuen” und “Spass” hinaus ‒ das Ziel von Makerspaces in Bibliotheken sein könnte. (Dies bestätigte sich auch in einer Bachelorarbeit, die u.a. feststellte, dass Bibliotheken in der Schweiz Makerspaces einrichten, zu diesen aber keine Zielvorstellungen formulieren können. (Hanselmann 2016)) Organisationssoziologisch ist dieser Befund interessant, für das Projekt bedeutete er aber, dass die “Mobilen Makerspaces” nicht auf klaren Zielsetzungen aufgebaut werden konnten.

Die Veranstaltung in Uitikon, auf der Herbstmesse (Bild: Karsten Schuldt)

Die Veranstaltung in Uitikon, auf der Herbstmesse (Bild: Karsten Schuldt)

Stattdessen wurde auf die Erfahrungen aus einem Seminar an der HTW im Jahr 2015 zurückgegriffen, dass feststellte, dass jede Technologie, die als “Makerspace-Technologie” auftritt, auf ihre Verwendbarkeit in der Bibliothek getestet werden muss. So gibt es z.B. als “Lerncomputer” bezeichnete Hardware (z.B. Raspberry Pi), die den Anspruch hat, möglichst einfach zu sein, aber nach den Erfahrungen der Studierenden im Seminar zu kompliziert ist, um ohne Vorkenntnisse in Bibliotheken eingesetzt werden zu können. Ebenso wurde auf die in der Literatur niedergelegte Erfahrung aus den Bibliotheken über einzelne Techniken zurückgegriffen.

Es wurden drei Boxen entworfen, die jeweils höchsten 5000 CHF in der Anschaffung kosten sollten. Zwei davon wurden direkt umgesetzt, eine soll später mit Drittmitteln realisiert werden. Über den Sommer 2016 wurde die Technik ausgewählt, erworben und ausprobiert. Kriterien waren (a) möglichst einfach zu nutzen, (b) zuverlässig, stabil und möglichst fehlertolerant, (c) eingeführt, d.h. leicht nachkaufbar, (d) positive Erfahrungen aus anderen Bibliotheken. Während dieser Recherchen mussten viele Technologien, die im Zusammenhang mit Makerspaces oft erwähnt werden, als unpassend verworfen werden. Beispielsweise stellte sich heraus, dass Drohnen nur kurze Flugzeiten von einigen Minuten haben, dann aber über einen weit längeren Zeitraum wieder aufgeladen werden müssen. Dies ist für eintägige Veranstaltungen unzumutbar. Jede der Boxen hatte einen eigenen Fokus.

MOOS in der Bibliothek Wettswil, während des Adventsmarkts (Bild: Rudolf Mumenthaler)

MOOS in der Bibliothek Wettswil, während des Adventsmarkts (Bild: Rudolf Mumenthaler)

Die Boxen enthalten neben der Technik selber sogenannte Handbücher, die sehr kurz die notwendigen Schritte beschreiben, um die Techniken zu nutzen. Dabei wurde darauf geachtet, möglichst wenig vorzugeben und über die Texte eher Mut zum Ausprobieren zu machen. Die meiste Technik lässt sich z.B. bei Fehlern mit “Ausschalten / wieder Einschalten” beherrschen. Es ging eher darum, klarzumachen, dass Ausprobieren erwünscht ist.

Box 1: Spiel und Spass mit Technik Box 2: Filmen Box 3: moderner Bastelkeller
enthält:

  • Ozobot
  • Sphero 2.0
  • MakeyMakey
  • LittleBits
  • Cubelets
  • MOSS
Enthält:

  • Kameras
  • Licht
  • Mikrophone
  • Kameradrohne (DJI Mavic Pro)
  • Rechner
Enthält:

  • Makerbot 2 go
  • Brother Scan N Cut
  • Lego Mindstorm
  • LittleBits
Für eintägige Veranstaltungen Für modulare Veranstaltungen (mehrere Termine, die gemeinsam absolviert werden müssen) Für eintägige Veranstaltungen

Im Oktober bis Dezember 2016 wurden die Boxen, in Absprache mit den kantonalen Fachstellen für Öffentliche Bibliotheken im Aargau und in Zürich in vier kleinen Bibliotheken in jeweils einer eintägigen Veranstaltung erprobt. Die Mitarbeitenden erhielten nach den Terminabsprachen die Handbücher der Boxen sowie jeweils rund eine Woche zuvor die Boxen selber. Am Tag der jeweiligen Veranstaltung wurde diese vom Projektteam beobachtet, im Anschluss (entweder direkt nach der Veranstaltung oder in der darauffolgenden Woche) wurde mit dem Bibliothekspersonal über deren Erfahrungen mit den Boxen geredet.

  1. Bibliothek Wettingen (AG) (Box 1)
  2. Bibliothek Uitikon (ZH) (Box 3)
  3. Bibliothek Wettswil (ZH) (Box 1)
  4. Gemeindebibliothek Möhlin (AG) (Box 3)

Auf der Basis dieser Tests wurden die Boxen und insbesondere die Handbücher überarbeitet.

LittleBits und MakeyMakey in der Gemeindebibliothek Wettingen (Bild: Karsten Schuldt)

LittleBits und MakeyMakey in der Gemeindebibliothek Wettingen (Bild: Karsten Schuldt)

3. Projektergebnisse

Die Boxen haben sich im Grossen und Ganzen bewährt, der Ansatz lässt sich auf weitere Technologien und Boxen übertragen.

Als Ergebnisse liegen vor:

  1. Listen der Technologien und Materialien in den Boxen, mit allen Kosten (kurzfristig und langfristig, d.h. auch mit Verbrauchsmaterialien und Kosten bei der Verschickung). Kantonale Fachstellen, grössere Bibliothekssysteme mit Filialen oder andere können diese nun selbstständig umsetzen und betreiben.
  2. Handbücher für die getesteten Technologie sowie eine Vorlage für neue Handbücher.
  3. Erfahrungsberichte aus den Bibliotheken, die mit den Boxen arbeiteten.
Werbung für die Veranstaltung in der Bibliothek Wettswil (Bild: Rudolf Mumenthaler)

Werbung für die Veranstaltung in der Bibliothek Wettswil (Bild: Rudolf Mumenthaler)

Materialien

Handreichung

Handreichung LL.gomo für kantonale Fachstellen u.ä.

Handbücher

Handbuch Boxen
Handbuch Cubelets
Handbuch LittleBits
Handbuch MakeyMakey
Handbuch Moss
Handbuch Ozobot
Handbuch Sphero 2.0
Handbuch Lego Mindstorms
Handbuch Scan’n’Cut CM700
Handbuch Ultimaker2go

Berichte über Veranstaltungen

Bericht Wettingen (02.11.2016)
Bericht Uitikon (12.11.2016)
Bericht Wettswil (27.11.2016)
Bericht Möhlin (13.12.2016)

Publikationen

Mumenthaler, Rudolf ; Schuldt, Karsten: Makerspace auch für kleinere Bibliotheken. In: SAB-Info / Info-CLP [Im Erscheinen]
Schuldt, Karsten: Anleitung und Vorschläge für Makerspaces in Bibliotheken: Sammelrezension. In: RESSI Bd. 17 (2016), http://www.ressi.ch/num17/article_133
Schuldt, Karsten: Die Makerspaces und die Bibliotheken: Über Missverständnisse und übertriebene Hoffnungen sowie einen Vorschlag zur Neuinterpretation, Blogbeitrag, 2016, https://bildungundgutesleben.wordpress.com/

Literatur

Anderson, Chris: Makers: The New Industrial Revolution. New York : Crown Publishing, 2012
Bilandzic, Mark: Connected learning in the library as a product of hacking, making, social diversity and messiness. In: Interactive Learning Environments Bd. 24 (2016), Nr. 1, S. 158–177
Bilandzic, Mark ; Foth, Marcus: Libraries as coworking spaces: Understanding user motivations and perceived barriers to social learning. In: Library Hi Tech Bd. 31 (2013), Nr. 2, S. 254–273
Bilandzic, Mark ; Johnson, Daniel: Hybrid placemaking in the library: desinging digital technology to enhance users’ on-site experience. In: The Australian Library Journal Bd. 62 (2013), Nr. 4, S. 258–271
Craddock, IdaMae Loiuse: Makers on the move: a mobile makerspace at a comprehensive public high school. In: Library Hi Tech Bd. 33 (2015), Nr. 4, S. 497–504
de Boer, Jeroen: The business case of FryskLab, Europe’s first mobile library FabLab. In: Library Hi Tech Bd. 33 (2015), Nr. 4, S. 505–518
Gierdowski, Dana ; Reis, Daniel: The MobileMaker: an experiment with a Mobile Makerspace. In: Library Hi Tech Bd. 33 (2015), Nr. 4, S. 480–496
Hanselmann, Marcel: Makerspaces in öffentlichen Bibliotheken: Eine Untersuchung der didaktischen Ziele und eine Evaluation der Technologie littleBits. Chur, HTW Chur, Bachelorarbeit, 2016
Libow Martinez, Sylvia ; Stager, Gary: Invent To Learn: Making, Tinkering, and Engineering in the Classroom. Torrance : Constructing Modern Knowledge Press, 2013
Moorefield-Lang, Heather: When makerspaces go mobile: case studies of transportable maker locations. In: Library Hi Tech Bd. 33 (2015), Nr. 4, S. 462–471
New Media & Society 18 (2016) 4
Willingham, Theresa ; de Boer, Jeroen: Makerspaces in Libraries, Library Technology Essentials. Lanham ; Boulder ; New York ; London : Rowman & Littlefield, 2015

iBeacons für ortsbezogene Information

Im Rahmen des LibraryLab haben wir eine konkrete Anwendung für ortsbezogene Information als Proof of Concept umgesetzt. Die Frage war, wie man ortssensitiv differenzierte Information auf mobile Geräte vermitteln kann. Im Rahmen des Projektkurses im LibraryLab hatten sich Studierende im letzten Jahr mit dem Thema beschäftigt und ein Anwendungsszenario für iBeacons durchgespielt. Sie verwendeten die Plattform und App Locly, um von einem Beacon Information auf ein Handy zu spielen. Konkret wurde eine Buchempfehlung mit einem Link in das elektronische Angebot der Onleihe aufs Smartphone geladen. Weiterlesen

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