Die Idee bei einem Makerspace besteht darin, dass man über das Experimentieren und Probieren, über das Machen und Gestalten neues Wissen erwerben oder generieren kann. Es ist keine neue Erkenntnis, dass wir durch körperliche Aktivitäten und aktive Problemlösung mehr und besser lernen als durch passives Zuhören, Zusehen oder Lesen. Dieses Konzept bildet auch die didaktische Grundlage fürs LibraryLab an der HTW Chur: Studierende sollen kreative Problemlösungen finden und Prototypen umsetzen – und dadurch sich mit neuen Technologien vertraut machen.

Im Projektkurs LibraryLab im Herbstsemester 2015 hat eine Gruppe von 28 Studierenden auf eindrückliche Weise gezeigt, dass dieses Prinzip funktioniert. Die Aufgabe im Kurs bestand darin, eine ausgewählte Technologie auf ihren Einsatz in einem Makerspace oder allgemein in einer Bibliothek zu evaluieren und Vorschläge für Workshops mit geeigneten Zielgruppen auszuarbeiten. Am 13. Januar wurden nun die Ergebnisse im neuen (und noch nicht ganz fertigen) Service Innovation Lab (SIL) der HTW Chur präsentiert. Ich kann im Namen der Dozierenden und der externen BesucherInnen sagen, dass das Gezeigte begeisterte. Präsentiert wurden folgende Anwendungen:

  • Google Cardboards: selbst herstellen, eigene Visualisierungen mit Hilfe bestehender Apps erstellen und mögliche Anwendung in einem Museumskoffer
  • MakeyMakey: Reaktionstests zum Erklären menschlicher Wahrnehmung und Entwicklung eines Braille-Boards mit Übung zum Erlernen der Braille-Schrift
  • RaspberryPi: als Prototyp entwickelt wurden ein One-Button-Audiobook-Player, ein einfaches Radio sowie ein Fotoautomat, der eine „personalisierte“ (eigentlich zufällige) Buchempfehlung ausdruckt
  • Touchboard und Conductive Ink: realisiert wurde ein multimediales Buch, in dem die Geschichte von Grabowski dem Maulwurf mit berührungssensitiven Zeichnungen und mit Tönen umgesetzt wurde
  • PirateBox: umgesetzt wurde eine Anwendung für Einführungsveranstaltungen in Bibliotheken
  • iBeacons: der Einsatz zur Vermittlung ortsgebundener Information (Buchempfehlung) und zur Lokalisierung von Standorten in Bibliotheken wurde evaluiert
  • NFC und QR-Codes: die Dozierenden zeigten, dass QR-Codes und NFC interaktive Anwendungen ermöglichen

Die Ergebnisse werden nun noch verschriftlicht und dann in geeigneter Form veröffentlicht. Wir haben vor, eine Webseite zum LibraryLab zu erstellen, auf der wir dann die Konzepte und Anleitungen veröffentlichen können. Für weitere Auskünfte zum LibraryLab steht Prof. Dr. Rudolf Mumenthaler gerne zur Verfügung.