In unserer Reihe “Churer Schriften zur Informationswissenschaft” sind drei neue Publikationen erschienen:

Yvonne Lingg: Patientenverfügung als Informations- und Kommunikationsinstrument – Analyse der Vielfalt sowie Dokumentation der Inhalte und Standardisierungsmöglichkeiten
Eine Patientenverfügung wird von einem urteilsfähigen Menschen verfasst, der damit im Voraus die gewünschten beziehungsweise abgelehnten medizinischen Massnahmen für den Fall seiner eigenen Urteilsunfähigkeit festlegen kann. Dementsprechend sind Patientenverfügungen Informations- und Kommunikationsinstrumente, um den eigenen Willen an die behandelnden Ärzte und Angehörigen mitzuteilen. Die hier vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Vielfalt der Patientenverfügungen in der deutschsprachigen Schweiz. Dazu wird eine Inhaltsanalyse von 42 Formularen durchgeführt. Acht Experteninterviews mit Vertretern der Anbieterorganisationen vermitteln Einblicke in die Praxis. Die Sicht der Verfügenden wird mittels einer Umfrage erfasst. Im Fokus liegen die Inhalte und Formen verschiedener Verfügungen sowie Chancen und Risiken einer allfälligen Standardisierung. Deshalb wurde zusätzlich ein Vergleich mit den Gesetzgebungen und Praxisverfahren in Deutschland und Österreich gemacht. Basierend auf der Analyse in dieser Arbeit, der etablierten Formulare und der föderalistischen Struktur ist in der Schweiz nicht abzusehen, dass eine Verdichtung der aktuellen Auswahl zum Thema werden könnte.
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Sarah Carbis: Welche Verbandszeitschrift wünschen sich die Mitglieder des BIS?
Arbido ist das gemeinsame Publikationsorgan des Berufsverbands Bibliothek Information Schweiz (BIS) und des Vereins Schweizerischer Archivarinnen und Archivare (VSA). Seit einiger Zeit vernahm der Vorstand des BIS kritische Stimmen, welche sich negativ zur aktuellen Form von Arbido äusserten. Die Zeitschrift soll demnach den Ansprüchen der Leser nicht mehr Rechnung tragen können. Aus diesem Grund hat der Vorstand eine Umfrage in Auftrag gegeben, welche den Hauptbestandteil der hier vorliegenden Arbeit darstellt. Anhand der Umfrage der BIS-Mitglieder soll eruiert werden, welche Verbandszeitschrift sich die Mitglieder künftig wünschen. Um Kenntnisse über diesen Sachverhalt zu erlangen, werden zwei Methoden der empirischen Sozialforschung eingesetzt. Zum einen ist dies das Experteninterview, zum anderen die schriftliche Befragung. Die Resultate dieser Befragung werden dem Vorstand des BIS als Handlungsempfehlung übergeben.
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Matthias Dudli: Open Innovation in Bibliotheken – Eine Konzeptstudie zuhanden der ETH-Bibliothek Zürich
Der Innovationsdruck auf Bibliotheken ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Ein vielversprechender Ansatz, um dieser Herausforderung zu begegnen, ist Open Innovation. Durch eine Öffnung der Innovationsprozesse für Externe kann der Kreis jener Personen vergrössert werden, welche mit ihrem Wissen und ihrer Kreativität zu Innovationen beitragen.
Kernstück dieser Bachelorthesis ist die Auswertung von Experteninterviews, die mit Vertreterinnen und Vertretern von sechs wissenschaftlichen Bibliotheken sowie mit dem Leiter des Innovationszentrums St. Gallen geführt wurden. Einzig die ZBW Kiel und die UB Bern setzen bereits heute explizit auf Open Innovation. Allerdings wurden auch in anderen Bibliotheken schon Werkzeuge eingesetzt, mit welchen das Potential Externer genutzt werden kann. Eine Mehrheit der Expertinnen und Experten hält Open Innovation auch im Bibliotheksumfeld für ein taugliches Konzept. Von den klassischen Open Innovation-Instrumenten erhalten der Ideenwettbewerb und die Lead User-Methode am meisten Zustimmung.
Ein weiterer Teil der Arbeit ist den Internetplattformen gewidmet, mit denen sich Ideenwettbewerbe durchführen lassen. Es wurden fünf Produkte untersucht.
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Die Arbeiten stehen, wie alle weiteren Veröffentlichungen unserer elektronischen Schriftenreihe, zum kostenlosen Download bereit unter:

http://www.htwchur.ch/informationswissenschaft/institut-sii/churer-schriften.html