Die Studierenden der Vorlesung Bibliotheksmanagement (IW09tz) hatten die Aufgabe, ein Konzept für einen möglichen Umbau der Gemeindebibliothek Cham zu entwickeln. In der Zuger Gemeinde wird momentan diskutiert, ob und wenn ja, wo und wie die populäre Bibliothek umgebaut werden könnte. Das Projekt ist im Finanzplan zwar etwas nach hinten geschoben worden, doch könnten die Studierendenprojekte etwas Bewegung in den politischen Prozess bringen.

Es machten sich fünf Gruppen an die Arbeit. Sie analysierten die aktuelle Situation in Cham, erstellten meistens eine SWOT-Analyse, berücksichtigten demographische Entwicklungen und bewerteten die Stärken und Schwächen der aktuellen Gemeindebibliothek. Diese zeichnet sich aus durch hohe Nutzungszahlen und einen idealen Standort. Auf der Seite der Schwächen stellten die Studierenden die zu geringe Fläche und das Fehlen elektronischer Medien fest. Anschliessend sollten auf der Grundlage der Zielgruppen ein Funktionsschema und dann ein Raumkonzept entwickelt werden. Als zusätzliche Rahmenbedingung floss in die Arbeiten ein, dass die Integration einer Ludothek in die Bibliothek zur Diskussion stand.

Die fünf Gruppen erarbeiteten nun fünf Lösungskonzepte, die sich gerade im Raumkonzept deutlich unterscheiden. Für die Frage, wie ein Café und die Ludothek in die Gemeindebibliothek integriert werden könnten, gab es fünf unterschiedliche Vorschläge. Und allesamt waren gut durchdacht und überzeugend argumentiert.

Am 25. Januar konnten die Studierenden schliesslich ihre Ergebnisse dem praktisch in corpore anwesenden Gemeinderat von Cham präsentieren. Unter den kritischen Blicken und den interessierten Fragen des Gemeindepräsidenten, des Bau-, des Finanz-, des Bildungschefs, des Rektors, des Bibliotheksleiters und der Bibliotheksmitarbeiterinnen erläuterten die Studierenden die wichtigsten Ergebnisse ihrer Arbeiten, die sie als Poster präsentierten.

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Bilder von der Präsentation am 25.1.13 in Cham

Die Reaktionen der Gemeinderäte war sehr positiv. Sie gaben ihr Erstaunen zum Ausdruck über die durchdachten unterschiedlichen Konzepte. Und – natürlich – wurden neue Fragen aufgeworfen, die den Rahmen der Arbeiten gesprengt hätten. So wird nun die Frage diskutiert, wie der angrenzende Gemeindesaal (Lorzensaal) in die Umbaupläne der Bibliothek aufgenommen werden könnte. Und man konnte den Eindruck gewinnen, dass das Thema Umbau der Bibliothek wieder etwas weiter oben in der Tagesordnung gerückt ist. Für die Studierenden war die „Live-Präsentation“ vor den externen Auftraggebern eine neue Erfahrung. Und die Aussicht, dass ihre Studien nicht in der Schublade eines Dozenten verschwinden, sondern von Gemeindevertretern gewürdigt werden, hat sicherlich zur Motivation beigetragen. Aus Sicht des Betreuers jedenfalls war dies eine runde Sache! Herzlichen Glückwunsch allen Beteiligten der IW09tz!

Gabriela Beuchat / Julia Blättler / Myrtha Dick / Andrea Dietiker
Isabelle Cladé / Vanessa Kellenberger / Danièle Meyer / Sara Meister
Julia Fink / Lucas Althaus / Thomas Strasser / Matthias Dudli
Verena Gerber-Menz / Christiane Niklowitz / Claudia von Rotz
Barbara Haller / Lea Hatvani / Yvonne Lingg