HTW Chur - SII

InfoWiss Chur

Blog des Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft

Schlagwort: Daten

Neuerscheinungen in den Churer Schriften zur Informationswissenschaft

Es gibt spannende, neue Publikationen in den Churer Schriften zur Informationswissenschaft:

Fabian Muster: Datenstrategiemodell – Ein Referenzmodell zur Entwicklung von Datenstrategien

Das Potenzial zur Steigerung der Profitabilität mittels Daten ist enorm – genutzt wird es hingegen vielfach zu wenig. Vielen Unternehmen fehlen die notwendigen Qualifikationen oder aber es fehlt am notwendigen Bewusstsein, um dieses Potenzial auszuschöpfen. Die vorliegende Arbeit bietet ein Referenzmodell für Datenstrategien, wie ein Unternehmen aus betrieblicher Sicht mit Daten umzugehen hat, um diese effizient nutzen zu können. Dabei werden die relevanten Bausteine einer erfolgreichen Datenstrategie identifiziert und zu­sammen mit relevanten Unternehmens- und Strategiefunktionen mittels Handlungs­anweisungen in eine erfolgreiche Transformation überführt. Zur Unterstützung werden zudem Vorlagen zu einer Roadmap, Maturitätsbewertung und einem Rollenkonzept mit­gegeben, die diese Arbeit praktikabel machen.

Sandro Lorenzo: Bibliotheken und Integration – Aspekte der interkulturellen Bibliotheksarbeit und deren Einfluss auf die Integration von Migranten und Migrantinnen sowie Menschen mit Migrationshintergrund in der Deutschschweiz mit einem Fokus auf den deutschsprachigen Teil des Kantons Bern

Das Thema Bibliotheken und Integration bezogen auf Migranten und Migrantinnen sowie Menschen mit Migrationshintergrund beschäftigt viele interkulturelle und Öffentliche Biblio­theken sowie in geringerem Masse auch Berufsschulmediotheken. Im Rahmen dieser Bachelorarbeit werden diesbezügliche bibliothekarische Einrichtungen der Deutschschweiz und insbesondere jene aus dem deutschsprachigen Teil des Kantons Bern betrachtet. In Form von unterschiedlichen Aktivitäten und Angeboten richten sie sich an die vermeintlichen Zielgruppen. Im Vordergrund dieser Arbeit stehen eine Ist-Erhebung und Beschreibung der interkulturellen sowie fremdsprachigen Bibliotheksbestände und -aktivitäten und die damit verfolgten Ziele. Erstmals werden in diesem Zusammenhang integrative Wirkungen hinsicht­lich der Nutzung einer Berufsschulmediothek durch Integrationsklassen mittels bivariater Analysen statistisch beschrieben.

Johannes Reitze: Was öffentliche Bibliotheken meinen, wenn sie vom Dritten Ort sprechen

Diese Bachelorarbeit untersucht, wie öffentliche Bibliotheken in der Schweiz das Konzept des Dritten Ortes auslegen. Die Interpretationen sind vielfältig, da seit der Einführung des Konzeptes durch den amerikanischen Soziologen Ray Oldenburg 1989 verschiedene Faktoren auf Bibliotheken eingewirkt und ihre Aufgaben beeinflusst haben, am stärksten die Digitalisierung. Um herauszufinden, was Bibliotheken meinen, wenn sie vom Dritten Ort sprechen, wurden insgesamt 128 öffentliche Bibliotheken der Schweiz ausgewählt und untersucht, ob sie den Begriff verwenden. Gut 10% der analysierten Bibliotheken verwen­deten den Begriff in ihren öffentlich einsehbaren Quellen, die restlichen Bibliotheken tun das entweder nicht oder bieten keine Quellen an, die einen Rückschluss auf ihre Tätigkeiten ermöglichen würden. Die Bibliotheken Biel (BE), Effretikon (ZH), Köniz (BE) und die Kantonsbibliothek Nidwalden (NW) wurden als Fallbeispiele ausgewählt und die Biblio­theksleitenden zum Konzept des Dritten Ortes interviewt.

Die Arbeiten stehen, wie alle weiteren Veröffentlichungen unserer elektronischen Schriftenreihe, zum kostenlosen Download bereit unter:

Prinzipien der nächsten Generation von Bibliothekssoftware, maybe

In der aktuellen Serials Review wird eine Übersicht zur nächsten Generation von Bibliothekssoftware von Kirsten Wilson (North Carolina State University Libraries) erscheinen. (Wilson, Kirsten (2012) / Introducing the Next Generation of Library Management Systems. In: Serials Review (2012, Article in Press), http://dx.doi.org/10.1016/j.serrev.2012.04.003) Sie untersucht darin fünf kommende Angebote für Integrierte Bibliothekssysteme und generiert aus dieser Darstellung eine an den Anfang ihres Textes gestellte Zusammenfassung zu allgemeinen Trends für diese Softwaresparte.

Angemerkt werden muss allerdings, dass der Markt für Bibliothekssysteme in den USA – und vielen anderen Staaten – weit beweglicher ist, als in der Schweiz. Der Wechsel zwischen Systemen ist dort relativ gängig. Anstatt das Bibliothekspersonal auf eine System hin zu trainieren und dann, wenn es nötig ist, Änderungen des Systems beim Anbieter einzufordern, wird das Personal eher so trainiert, dass es zwischen Systemen wechseln kann – die ja letztlich oft eh ähnliche Funktionalitäten bilden – und gleichzeitig ein System schneller „verlassen“, wenn die Anbieter zu langsam oder gar nicht auf Wünsche reagieren. (Oder aber, so ist ja Evergreen entstanden, man schreibt „einfach“ selber eines, oft als Open Source.) Das heisst aber auch, dass Veränderungen dort schneller in den Bibliotheken ankommen, als in der Schweiz.

Die grundlegenden Trends, welche Wilson herausarbeitet, sind:

  • Integration von Diensten („Unlike the past decade, which saw vendors releasing a spate of stand-alone systems targeted to specific areas of library work, this new era in library tools is all about integration.“)
  • Die zunehmende Integration zuvor einzeln gehaltenen Daten. („The electronic resource management system (ERMS) promised to be a refuge for previously homeless data such as license terms, administrative information, and usage statistics, but wound up marginalized because it could not link these data to other systems.“)
  • Mit der Zunahme der Integration von Daten und Systemen wird die Pflege von „connectors between systems“ wichtiger.
  • Die Bibliothekssysteme setzen verstärkt auf die Cloud als Datenspeicher (und damit weniger auf die Server in der Bibliothek).
  • Das Teilen von Daten wird aktiv gefördert, was ja auch mit den neuen Regelwerken quasi gefordert wird. („Another technology trend coming to libraries is sharing.“) Es geht dabei nicht nur um Fremdtiteldatenübernahme, sondern um eine ständigen Austausch und gemeinsames Nutzen von Daten.

Trendanalysen sind immer schwierig und wie gesagt ist die Umsetzung solcher Trends in anderen Bibliothekssystemen als dem schweizerischen einfacher. (Aber auch nicht in allen.) Dennoch scheinen die von Wilson angeführten Punkte immerhin beachtenswert.

Save the date: 19.-21. Nov 2012 – 5th autumn school LIS: Gegenwart und Zukunft der Daten

Eine Einladung von den Kolleginnen und Kollegen der Haute Ecole de gestion in Genf zur autumn school LIS.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

gerne machen wir Sie zur besseren Planung Ihrer Weiterbildungen bereits jetzt auf die 5. Herbstschule „New Services in Library & Information Science“ aufmerksam.

Sie findet vom 19.-21. November 2012 wie gewohnt in Bern und wie im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit der HTW Chur statt.

Der Themenschwerpunkt lautet in diesem Jahr: „Gegenwart und Zukunft der Daten“.

Free Data, Open Data, Linked Open Data, Open Bibliographical Data, Forschungsdaten, Semantic Web: die Kette bekannter und neuer Schlagwörter liesse sich beliebig fortführen und stellt Bibliotheken vor neue Herausforderungen.

Die diesjährige Herbstschule wird Ihnen Einblick in diese Zusammenhänge geben und darüber hinaus ausgewählte Methoden zur Erhebung, Auswertung und zum Management von Daten und Metadaten vorstellen.

Wir freuen uns bereits jetzt auf Ihre Teilnahme.

 

Beste Grüsse aus Genf

René Schneider

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