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InfoWiss Chur

Blog des Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft

Schlagwort: E-Learning

Churer Schriften zur Informationswissenschaft: Online-Tutorial zur Förderung der E-Health-Literacy

Es gibt eine neue Publikation in den Churer Schriften zur Informationswissenschaft:

Sharon Alt: Konzeption und Evaluation eines Online-Tutorial zur Förderung der E-Health-Literacy von Männern im Alter von 50 bis 80 Jahren

Die zunehmende Verfügbarkeit elektronischer Gesundheitsdaten erschwert es Laien, eine angemessene Auswahl zu treffen. Dennoch informieren sich Patienten immer öfter vor oder nach dem Arztbesuch im Internet über gesundheitsspezifische Aspekte. Hinzu kommt, dass ältere Menschen generell ein grösseres Bedürfnis nach Gesundheitsinformation, gleichzeitig aber eher tiefe Kenntnisse im Umgang mit elektronischer Gesundheitsinformation haben. Besonders Männer möchten sich an der Entscheidungsfindung beteiligen und sind auf einen Arztbesuch oder eine Behandlung systematisch vorbereiten. Die entwickelte Online-Anleitung befähigt Männer im Alter von 50 bis 80 Jahren, gesundheitsspezifische Webseiten auf deren Vertrauenswürdigkeit hin einzuschätzen und eine Auswahl von qualitativ guten Gesundheitsinformationen zu treffen. Die Effektivität und Nützlichkeit des Tutorial wurden in einem Quasi-Experiment erhoben und konnte nachgewiesen werden. Die Anleitung befähigt ältere Männer demnach zu einem sachverständigen Umgang mit Gesundheitsinformation im Internet.

Die Arbeit steht, wie alle weiteren Veröffentlichungen unserer elektronischen Schriftenreihe, zum kostenlosen Download bereit unter:

http://www.htwchur.ch/digital-science/forschung-und-dienstleistung/churer-schriften.html

Neue Publikation: Kompetenzentwicklung beim Lernen-in-Netzen

Im neuen Sammelband Interdisziplinäre Zugänge zu technologiegestütztem Lernen haben Wolfgang Semar und Nadja Böller einen Beitrag mit dem Titel „Kompetenzentwicklung beim Lernen-in-Netzen durch Rollenvorgaben“ publiziert.

Das wesentliche Potential von E-Learning wird vor allem darin gesehen, dass es weitgehend flexibel ist und an unterschiedliche Lernsituationen durch verschiedene Grade anpassbar ist. Bei der Gestaltung virtueller Lernsituationen spielen geeignete Lernaufgaben eine zentrale Rolle. In der Gruppe sind der Konstruktionsprozess sowie die Situiertheit ein sozialer Vorgang, d.h. dass ein tiefer gehendes Verständnis erst durch die sozialen Kommunikations- und Kooperationsprozesse entsteht. Soll eine Gruppe ein bestimmtes Ziel erreichen, dann ist es notwendig, dass die Gruppenmitglieder verschiedenen Typen von Funktionsrollen übernehmen. Hierzu gehören Tätigkeiten wie das Ergreifen von Initiative, Information suchen oder weitergeben, koordinieren, Energie und Antrieb vermitteln und Meinungen erforschen. Der Beitrag zeigt, wie diese sozialen Kommunikations- und Kooperationsprozesse durch die Einführung bestimmter Rollenkonzepte für die einzelnen Gruppenmitglieder gefördert werden kann.

Neue Technologien in der Lehre

Der neue Horizon Report 2011 ist seit gut einem Monat online. Das alljährlich von dem New Media Consortium und der EDUCAUSE Learning Initiative unter Mithilfe zahlreicher im Bereich Higher Education aktiver Personen erstellte Dokument versucht die kommenden Technologie-Trends der nächsten Jahre in der Hochschullehre aufzuspüren. Dazu gehört sicherlich auch eine gewisse Portion Spekulation, aber den Autoren liegt weniger eine möglichst genaue Vorhersage der zukünftigen Entwicklungen am Herzen. Vielmehr will man in erster Linie Aufmerksamkeit auf neue, vielversprechende Technologien lenken. Dabei bemühen sich die Autoren um eine möglichst realistische Einschätzung der Erfolgsaussichten neuer Technologien in der Lehre.

Für die kommenden Jahre erwartet man, dass sich die folgenden Trends auf breiter Basis im Lehre-Alltag durchsetzen können:

Innerhalb der nächsten 12 Monate:
– E-Books: Single-Purpose-Geräte wie der Amazon Kindle erhalten zunehmend Konkurrenz durch funktionsreiche Tablet-Computer wie dem iPad und dem Galaxy Tab. Diese neue Generation von Endgeräten ermöglicht neue Anwendungsszenarien für elektronische Bücher durch interaktive, soziale Kollaborations-Funktionen, die sie auch zunehmend interessant für einen Einsatz in der Lehre machen. Problemfelder sind aber insbesondere DRM-Hürden sowie das magere und oftmals überteuerte Angebot an wissenschaftlichen E-Books.
– Mobile Datengeräte (Smartphones, Tablets): Die ubiquitäre Verfügbarkeit von Datendiensten zu jeder Zeit an jedem Ort parallel zur zunehmenden Verbreitung von leistungsfähigen Tablet-PCs und Smartphones bieten Lehrenden und Lernenden vielfältige Perspektiven für neuartige Unterrichtskonzepte. Der Horizon Report listet einige Beispiele aus der Praxis für den Einsatz von iPhone & Co in der Lehre.

Innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre:
– Augmented Reality: Ebenfalls begünstigt durch die starke Verbreitung von internettauglichen mobilen Endgeräten, die zudem mit hilfreichen Funktionen wie GPS und Gyroskope ausgestattet sind, könnte „Augmented Reality“ Lehrinhalte stärker in den Alltag von Studierenden integrieren. Ein Beispiel hierfür sind beispielsweise digitale Stadtführer, die es Smartphone-Nutzer ermöglichen, per GPS und „Pan & Scan“-Funktion die Historie ihrer unmittelbaren Umgebung zu visualisieren.
– Game-based Learning: Insbesondere aus dem „Serious Games“-Trend erhofft man sich neue Anreize für innovative Lernumgebungen, die den Umgang mit den Lerninhalten ansprechender und unterhaltsamer gestalten. Langfristig sieht man auch grosse Potentiale in kollaborativen Spiele beispielsweise in der Form von Massive Multiplayer Online (MMOs) Spielen.

Innerhalb der nächsten vier bis fünf Jahre:
– Gestengesteuerte Computernutzung: Allgemein verfügbare Systeme wie Nintendo Wii und Microsofts Kinect lassen „Minority Report“-ähnliche Nutzer-Interfaces zunehmend realisierbar werden. Denkbare Anwendungen in der Lehre wären beispielsweise durch Gesten steuerbare 3D-Projektionen von Fruchtfliegen im Biologie-Unterricht.
– Learning Analytics: Noch in einem sehr frühen Forschungsstatus könnten „Learning Analytics“ in Zukunft deutlich zielgerichtete und an die individuellen Fähigkeiten des Lernenden angepasste Lehrmaterialien ermöglichen. Durch intensive Anwendung von Data-Mining-Verfahren auf die tagtäglichen Leistungen von Lernenden auf den zunehmend verbreiteten elektronischen Lernplattformen könnten sehr spezifisch auf die Bedürfnisse zugeschnittene Lehrmaterialen modelliert werden.

Zu diesen Themen bietet der Horizon Report jeweils einen guten Marktüberblick und zahlreiche weiterführende Links.

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