Wenn man durch das Internet surft, trifft man auf so manche Kuriositäten. Interessant sind aus meiner Sicht als Informationswissenschaftler dabei Beiträge, die sich mit dem Thema „Information“ beschäftigen. Unterscheiden kann man diese Beiträge in:
a) Beiträge die von NichformationswissenschaftlerInnen und
b) Beiträge die von InformationswissenschaftlerInnen geschrieben wurden.
Während man bei a) noch über so manchen fachlichen Schnitzer hinwegsehen kann, trifft einem bei b) allerdings oftmals der Schlag.

Schaut man sich Beitäge aus dem Fachbereich Informatik an, so stellt man fest, dass in diesem Fachgebiet in letzter Zeit immer häufiger – und vor allem aus IW-Sicht sachlich richtig – zwischen „Daten“ und „Information“ unterschieden wird. Ebenso wird nicht mehr von „Informationsübertragung“ sondern von „Datenübertraguung“ gesprochen, was einen elementaren Fortschritt darstellt. Auch wird die „Informationsflut“ mehr und mehr durch die „Datenflut“ ersetzt, was sich auch in dem neuen Forschungegebiet des „Big Data“ widerspiegelt. Selbst im Radio wird immer häufiger von „Verkehrsnachrichten“ und nicht mehr von „Verkehrsinformation“ oder noch schlimmer von „Verkehrsinformationen“ gesprochen. Schliesslich ist es der Empfänger der entscheidet, ob etwas für ihn eine Information darstellt oder nicht und eben nicht der Sender, es sei denn der Sender hätte ein explizites Benutzermodell vom Empfänger, wovon aber im Falle der Verkehrsnachrichten nicht auszugehen ist!

Doch es gibt leider noch zuviele andere redaktionelle Abteilungen, die den Unterschied zwischen Daten, Nachrichten, Aussagen, Mitteilung, Auskunft und Information nicht kennen. Meist gehören diese RedakteurInnen zur Gruppe der NichtinformationswissenschaftlerInnen. Man könnte also über solche Fehler hinweg sehen, gemäss dem Sprichwort: „Der Klügere gibt nach“. Ich als Informationswissenschaftler befinde mich aber nun in der misslichen Lage entweder das Falsche als solches einfach zu akzeptieren oder aber als „Missionar“ tätig zu werden. Ich bin mir sicher, dass ich es nicht schaffen werde, allen den aus IW-Sicht richtigen Gebrauch der oben genannten Worte beizubringen. Um so mehr stehe ich auf dem Standpunkt, dass wenisgtens die InformationwissenschaftlerInnen (mit anerkanntem Abschluss) in der Lage sein müssen, zumindest das Wort „Information“ richtig zu gebrauchen. Hierunter fällt z.B. auch der Nichtgebrauch des Wortes „Informationen“. Mag dies auch der Duden als sprachlich und rechtschreibetechnisch richtig ansehen, so ist es aus informationswissenschaftlicher Sicht ein „Unwort“. Der Duden hat aber auch noch andere Kuriositäten wie zu Beispiel „Synonyme zu Information“ (nachzulesen unter http://www.duden.de/rechtschreibung/Information) anzubieten.

Höchst amüsant ist aber das, was man da auf den Seiten des SF zulesen bekommt:
„Rechtliches
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Allgemeiner Hinweis
Das Schweizer Radio und Fernsehen stellt auf seiner Internetplattform Informationen und Daten sowie mittels Links oder Tools Informationen anderer Websites zur Verfügung. Diese Informationen und Daten dienen allein Informationszwecken, ohne dass sich auf die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der Informationen berufen oder verlassen werden kann.“ Quelle: http://www.allgemein.sf.tv/rechtliches/Nachrichten/Uebersicht.

Mal davon abgesehen, dass der Begriff „Informationen“ doch sehr missbraucht wurde (was dem Juristen, der den Text geschrieben hat, noch nachzusehen wäre), es ist aber redaktionell schon eine wirklich grosse Kunst, in nur zwei Sätzen so oft das Wort „Information“ unterzubringen. Nicht nur ich bin der Meinung, dass der stilistische Höhepunkt – quasi ein germanistisch-dadaistisches Kunstwerk – folgender Satz darstellt: „Diese Informationen dienen allein Informationszwecken [..]“. – Aua, das tut wirklich weh! –

Weitere Aspekte in diese Richtung werde ich mit grosser Freude suchen, sicherlich finden und hier veröffentlichen.